Porträt zum 100. Geburtstag
Vor 100 Jahren, am 28. November 1912, wurde Richard Boljahn in Bremen geboren. Er war SPD-Politiker, Gewerkschafts-Funktionär und Bremens einflussreichster, aber auch umstrittenster Politiker in der Nachkriegszeit. In seine Schaffenszeit fällt der Bau der Neuen Vahr und der Stadthalle. Als es um die Bebauung des Hollerlandes ging, geriet er ins Straucheln und musste am Ende alle seine politischen Ämter abgeben.
Richard Boljahn bei der Grundsteinlegung für die Neue Vahr
"König Richard" wurde der in Bremen geborene Klempner und Installateur gerne genannt, als er als sozialdemokratischer Multifunktionär auf dem Höhepunkt seiner Macht war. Richard Boljahn war seit 1951 nicht nur 18 Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft gewesen, sondern auch Vorsitzender der Aufsichtsräte von Wohnungsgesellschaften. Außerdem war er Aufsichtsrat der Stadthalle, Straßenbahn und Stadtwerke und vor allem: Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Kreisverband Bremen. Seine politische Hausmacht wuchs mit jedem großen Bauprojekt der Wiederaufbauzeit.
Im kriegszerstörten Bremer Westen wurden 1954 unter seiner Regie 14.000 Neubauwohnungen errichtet: "Mit diesem Richtfest feiern auch 90.000 organisierte bremische Arbeitnehmer – und wir sind stolz darauf, in diesen Kampf um die Beseitigung der Wohnungsnot von Seiten der Gewerkschaften unser Teil dazu beigetragen zu haben."
Als Boljahn die millionenteure Bremer Stadthalle durchsetzte, wurde diese später im Volksmund "Boljaneum" genannt. Und der neu errichtete Bremer Stadtteil Vahr hieß "Boljanograd". Erst als er während er 60er Jahre im Hollerland einen völlig neuen Stadtteil für 50.000 Bewohner aus dem Boden stampfen wollte, gab es Widerstand.
Boljahn: "Was in den letzten Wochen und Monaten über mich kolportiert wurde übersteigt das Maß des menschlich Erträglichen." Boljahn wurde unterstellt, er habe sich selbst bereichert und dubiosen Maklern Provisionen und schräge Geschäfte zugeschanzt. "Ich, Richard Boljahn, kann nur erklären, keine ungerechtfertigten Spekulationsgewinne im Hollerland ermöglicht oder aber etwa selbst erhalten zu haben. Ich habe weder gegen Recht noch Gesetz verstoßen."
Tatsächlich wurde der mächtige Boljahn weder durch Gerichte, noch Untersuchungsausschüsse, noch Parteiordnungsverfahren jemals ernsthaft belangt, allerdings wegen seiner selbstherrlichen Filz- und Günstlingswirtschaft ab 1969 aus all seinen Ämtern gedrängt. Boljahn lernte daraus: "Dass eine Arbeit für die Gewerkschaftsbewegung und eine Arbeit auch für die Politik nicht davon ausgehen kann, dass man Dankbarkeit erwarten darf."
Nach dem Auscheiden Boljahns aus den politischen Ämtern und seinem Rückzug aus der Gewerkschaft versuchte er sich als Unternehmer. Unter anderem lies er günstige Fertighäuser produzieren. Richtig erfolgreich ist er in diesem Geschäft aber nicht gewesen. Gestorben ist Richard Boljahn am 19. Oktober 1992 in Bremen-Huchting.
28. November 1912: König Richard aus Bremen, [3:02]
Richard Boljahn legt seine Parteiämter nieder, [10:50]
Porträt: Richard Boljahn zum 70. Geburtstag, [26:38]
Nachruf auf Richard Boljahn, [5:06]
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