Später Frühling
Zwei Frühlingsanfänge haben wir schon hinter uns: Den meteorologischen am 1. März und den kalendarischen am 20. März. Was fehlt ist der tatsächliche Frühlingsanfang! Die eisigen Temperaturen bringen die Pflanzen- und Blumenbranche völlig durcheinander-mit deutlichen finanziellen Folgen.
Video: Gärtnern macht langer Winter zu schaffen
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An Gartenarbeit ist bei der Kälte und dem harten, gefrorenen Boden momentan nicht zu denken. Deshalb müssen die Blumenhändler ihre Primeln, Hornveilchen und Stiefmütterchen pflegen, hegen und am Leben erhalten, bis das Wetter dreht und die Gartensaison wirklich beginnt. "Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben", sagt Blumenhändler Bastian Peters aus Bremerhaven, und hebt ein Stiefmütterchen hoch. "Man muss sie sich einzeln in die Hand nehmen, angucken, die schlechten Blätter rauszupfen. Die Pflanzen auf Feuchtigkeit überprüfen", so Peters. Jede einzelne Pflanze müsse man auf Feuchtigkeit kontrollieren, weil sie ungleichmäßig Wasser verbrauchten.
Hornveilchen und Primeln könnten im Gartencenter noch zwei, drei Wochen durchhalten. Laut Peters sollten sie schattig und kühl mit wenig Wasser gehalten werden. "Um sie im Moment an den Mann zu bringen, müsste der Blumenhändler dem Käufer noch eine Stange Dynamit dazugeben, damit er Hornveilchen und Co in die Erde bekommt", scherzt Peters.
Frost beeinträchtigt Gärtnereien im Nordwesten, [3:15]
Gartenschau in Bad Zwischenahn muss trotz eisigen Wetters stattfinden
Der Gartenexperte beurteilt die derzeitige Verkaufslage negativ. Dies gehe sogar soweit, dass Stiefmütterchen geschreddert werden, weil sie nicht zu verkaufen sind. Gleichzeitig würden in den Gewächshäusern dringend Anbauflächen für die Sommerblumen benötigt. Dadurch drückt, laut Peters, die Ware in den Handel und die Preise rutschten so tief in den Keller wie schon lange nicht mehr.
Hoffnung hat Peters dennoch. "Sobald wir mal zwei drei Tage schönes Wetter haben, so dass die Sonnenstrahlen so ein bisschen auf der Haut brennen, dass die Kunden einfach ausflippen und uns total überrennen. Da freuen wir uns richtig drauf, dann Gas zu geben und diese Winter-Müdigkeit dann zu vergessen." Schließlich kämpfe man sich gerade durch das letzte Ende des dunkelsten Winters aller Zeiten, so Peters weiter. Er ist sich sicher: Ab Gründonnerstag wird es wärmer.
Zu kalt fürs Auspflanzen, [2:55]
Zu kalt fürs Auspflanzen
Auch das Gartencenter Weingärtner (Bellandris) in Lilienthal hat mit der ungewohnten Kälte zu kämpfen: "Wir haben gravierende Umsatzeinbußen", sagt Gartencenter-Chef Michael Weingärtner. Er hofft auf die Zeit nach Ostern. "Unsere Primeln kosten mittlerweile nur noch die Hälfte", sagt er. Was passiert, wenn Primeln und Hornveilchen nicht mehr verkauft werden können? "Wir versuchen sie noch für private Zwecke zu nutzen oder zu spenden. Aber im Prinzip kann man verblühte Pflanzen nur wegwerfen."
Einen Preisverfall gibt es in Bremer Baumärkten offenbar nicht, trotzdem ist die Verkaufslage schlecht. "Wir merken, dass der Kunde eher Pflanzen für die Wohnung als für den Außenbereich kauft", sagt Dagmar Zander, Leiterin des "Bauhaus-Stadtgartens." Auch hier werden unzählige Frühblüher vernichtet werden müssen. Etwas anders sieht es bei kleineren Blumenläden aus. "Wir haben den Vorteil, dass wir sparsam einkaufen können. Der Großhändler hat natürlich Überschuss", sagt Gisela Elfers. Sie betreibt ein kleines Blumengeschäft in Bremen-Mitte und ist aufgrund der Witterungsverhältnisse etwas verzweifelt: "Ich kann überhaupt nicht planen. Es ist schwer einzuschätzen, welche Pflanzen die Kunden kaufen werden."
Schwer einzuschätzen ist auch, wie das Wetter sich entwickeln wird. Besonders Verantwortliche für Garten-Veranstaltungen haben mit der Unsicherheit zu kämpfen. Im April findet beispielsweise in Bad Zwischenahn der "Park der Gärten" statt. 50.000 Frühlings- und Sommerblumen werden in den Boden gesetzt. 40 Gartenbaubetriebe überlegen sich Konzepte für kreative Themengärten. Das alles bei gefrorenem Boden und Minusgraden. Leiter Björn Ehsens ist dennoch zuversichtlich:"Es ist schwierig, bei Frost zu arbeiten, aber wir liegen gut in der Zeit. Besonderes Wetter erfordert laut Ehsens besondere Maßnahmen:"Wir müssen einen Tag vor der Bepflanzung das Beet schon mal lockern, über Nacht liegt dann eine Filzdecke drauf. Nur so ist gewährleistet, dass der Boden am nächsten Tag zu bearbeiten ist".
Parks und Beete noch ohne Farbtupfer
Björn Ehsens ist optimistisch, dass der warme Frühling bis Mitte April auch im Nordwesten eingetroffen ist. Die Gärtnereien in Niedersachsen und Bremen verzeichnen schon jetzt durch den anhaltenden Winter Einbußen von bis zu 30 Prozent. Dass die Käufer ausbleiben, damit hat auch Peter Twiist von der Baumschule Thormählen in Rastede zu kämpfen, der seine Blumen auf dem Oldenburger Wochenmarkt anbietet. Wenn jemand bei den Stiefmütterchen zuschlägt, dann bekommt er von Twiist noch folgenden Tipp mit nach Hause: "Tagsüber raus stellen und Abends unbedingt rein holen, sonst hat man nicht viel davon, denn sie erfrieren."
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