Mehr als 300 Jahre alt
Die Wallmühle in Bremen – auch "Herdentorsmühle"oder "Ansgaritorsmühle" genannt – ist die letzte noch erhaltene Mühle im engeren Stadtgebiet Bremens. Dabei war Bremen einst eine echte Mühlenstadt. Mindestens zwölf Mühlen gab es hier früher. Denn als Handelsstandort an der Weser mit einem großen ländlichen Einzugsgebiet hatte Bremen große Mengen Korn zu verarbeiten.
Die Mühle am Wall um 1890.
Außerdem bot die Befestigung der Stadt genügend Anhöhen, auf denen der Wind die Mühlenflügel antreiben konnte. Dieses Kriterium trifft auch auf den Standort der heutigen Wallmühle zu. 1699 wurde hier die erste Mühle von dem Müller Moritz Meier gebaut.
Der Bremer Rat erteilte ihm die Baugenehmigung auf der "Gießhaus-Bastion" – so hieß der heutige Standort damals – als Entschädigung für seine alte Mühle. Sie musste dem Befestigung der Stadt, dem Doventorswall, weichen. Ungesicherte Quellen berichten, dass Meier zunächst an einem windstillen Platz in Höhe des heutigen Olbers-Planetariums – auf der ehemalige "Junkers-Bastion" – eine Mühle errichtete, bevor er endgültig an den heutigen Standort umzog.
Damals sah die Mühle noch vollkommen anders aus: Die so genannte Bockwindmühle – ein klobiger Kasten auf Stelzen – entsprach damals dem in Deutschland üblichen Bild einer Mühle. Verglichen mit dem späteren Modell war sie weder besonders elegant noch sonderlich effektiv.
Dennoch blieb sie mehr als 100 Jahre im Besitz der Familie Meier, bis sie im Frühjahr 1832 abbrannte. 1833 wurde der Platz an den Mühlenbaumeister Berend Erling verkauft, der hier nach holländischem Vorbild – wie wir es heute kennen – eine neue Mühle mit hohem Unterbau errichtete.
Bildergalerie:
Die Wallmühle im Wandel der Zeit
Fotos aus dem Bremer Staatsarchiv
Obwohl sich die Hochzeit des Müllerhandwerks allmählich dem Ende entgegen neigte, wurde die Mühle 1889 noch einmal vollständig überholt. Dennoch konnte Erling mit ihr nicht mehr genügend Geld verdienen. 1891 verkaufte er sie für 13.000 Mark an den Bremer Senat Das war für Bremen ein echtes "Schnäppchen". Schon damals schätzte der Generalschätzer der Stadt den Wert der Mühle auf 47.500 Mark.
Seit 1892 verpachtete die Stadt die Mühle an den aus Harpstedt zugezogenen Müller Oskar Wolff. Obwohl es in Bremen schon seit vielen Jahren andere Möglichkeiten gab, um Getreide zu mahlen (nämlich eine Dampfmühle und andere Großmühlen), hatten nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde Müllermeister Wolff und seine drei Gehilfen bis 1914 noch genug Kunden.
So kamen zum Beispiel viele Viehhalter zu ihm, die Mais, Hafer, Gerste zum Mahlen brachten. "Bei gutem Wind liefen täglich 26 Zentner Getreide durch den größten Mahlgang, der einen Durchmesser 1,93 Metern hatte", liest Franz Schnelle aus den Aufzeichnungen der Gesellschaft vor.
Am 26. März 1898 brannte die Mühle wieder ab, dieses Mal in einem Schneesturm. Die Stadt Bremen erkannte damals, dass die Mühle für Bremen eine Art Wahrzeichen geworden war.
Sie wurde deshalb "im Interesse der landschaftlichen Eigenart unserer Wallanlagen" – so steht es in historischen Dokumenten des Staatsarchivs – wieder aufgebaut und mehrfach saniert. Ab etwa 1930 zeichnete sich das wirtschaftliche Ende des Betriebes ab, erzählt Franz Schnelle, sogar der Mehlmahlgang musste stillgelegt werden.
Den Zweiten Weltkrieg überstand die Mühle wie durch ein Wunder unbeschadet, während Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft in Schutt und Asche fielen. Der letzte Kunde – auch das hat die Gesellschaft für Mühlenkunde notiert – war die Bremer Müllabfuhr, die bis etwa 1960 Futtermittel für ihre Pferde brauchte und dort mahlen lies. Zuvor war die Mühle 1953 unter Denkmalschutz gestellt worden.
Der Pächter der Mühle blieb in der Mühle wohnen, unterhielt jedoch eine Fahrschule, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1997 entschloss sich die Stadt Bremen, das gesamte Gebäude nach Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege zu sanieren und für eine gastronomische Nutzung herzurichten. Die Galerie und die Mühlenflügel wurden erneuert, die Kappe sowie der gesamte Baukörper von Grund auf instand gesetzt.
Bis heute kann man sich vom ehrenamtlichen Mühlenwart Franz Schelle durch den oberen Teil der Mühle führen lassen und sogar eigenes Mehl mahlen. Denn die drei Steinmahlgänge sind noch immer betriebsbereit. Mehl kaufen kann man hier heute nicht mehr – aber Kaffee. Daher hat die Gastronomie, die sich heute in der Mühle befindet, ihren Namen.
Wallmühle ohne Flügel
Denkmal am Herdentor wird saniert
Wallmühle hat wieder Flügel
Restaurationsarbeiten beendet
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