Welt des Honigs
Es ist zwar kein Geheimnis, aber nicht viele Bremer wissen, dass sie in der Honighauptstadt leben. Tatsächlich fand der Honighandel bereits im achten Jahrhundert Eingang in die Urkunden. Spätestens seit dem wird in Bremen Honig erzeugt, importiert, analysiert und neuerdings sogar studiert.
In Bremen gibt es über 200 Hobbyimker in zwei Vereinen.
Zu besten Handelszeiten waren alle wichtigen Handelsimporteure von Honig in Bremen angesiedelt. Heute sind es zwar etwas weniger, aber trotzdem hat die Stadt noch immer zwei Honiganalyse-Labore, eine Bienenforschungsstelle an der Universität und über 200 Hobbyimker in zwei Vereinen.
"Honig wurde auch im Mittelalter schon gehandelt und Bremen war immer Handelsstandpunkt. Man hat auch um diesen Standpunkt herum Honig erzeugt, den man gleich wieder weiter gehandelt hat", sagt Karin Lang, Imkerin und Importeurin von Honig.
Bereits Kaiser Napoleon war von der Emsigkeit der Bienen fasziniert und machte sie zu seinem Wappentier. 1811 importierte er sie sogar in das Bremer Wappen. Drei Bienen waren von nun an direkt über dem Schlüssel zu sehen. Was aber auch durchaus nachzuvollziehen ist, da sie einen wichtigen Teil zur Erhaltung der Natur beitragen, so Lang. "Das ist, glaub ich, das ganz zentrale wichtige Nebenprodukt, was man eigentlich gar nicht sieht", sagt die Imkerin.
Hartmut Schmidt Uhlenkamp ist Imker in der dritten Generation. Bereits sein Großvater hatte Bienen in Schlesien. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass er seine Bienen in der Stadt hält. Er ist aber der Meinung, dass die Stadt alles biete, was die Bienen bräuchten. Er sagt: "Bremen zum Beispiel ist eine unheimlich grüne Stadt mit vielen grünen Ecken, grünen Inseln überall. Auf dem Land draußen herrscht eher eine Agrarwüste für die Biene."
Egal wie groß die Imkerei ist, es gehört immer noch viel Handarbeit dazu. Erst beim Schleudern können überhaupt Maschinen eingesetzt werden. Viel Arbeit ist das, für relativ wenig Ausbeute. Denn obwohl die produzierten 10.000 Gläser nach einer großen Menge klingen, reichen sie bei weitem nicht aus, um den Bremer Hunger auf Honig zu stillen.
"Nur etwa 20 Prozent kann der deutsche Imker selber erzeugen. 80 Prozent müssen importiert werden. Andere Länder wie Brasilien, Argentinien oder Mexiko haben viel bessere Bedingungen", sagt Karin Lang. Gerade Honig aus Übersee muss besonders gut kontrolliert werden. "QSI" ist eines von zwei Analyselaboren in Bremen, die diese Kontrollen durchführen. Millionen von Proben werden hier geprüft. Auf der Suche nach Antibiotikarückständen und anderen Verunreinigungen wird hier so gut wie jeder Honig kontrolliert, den man im Supermarkt kaufen kann.
Die Qualitätsstandards für Honig sind in Deutschland sehr hoch. So sagt die deutsche Honigverordnung, dass in Honig wirklich auch nur Honig sein darf, also zum Beispiel kein Wasser und auch kein Zucker. Besser als Honig wird in Deutschland nur noch Wasser kontrolliert. Daher kann man sagen, dass selbst der billigste Supermarkthonig den höchsten Qualitätsstandards entspricht, da er sonst überhaupt nicht in den Handel kommen würde.
Video: Heimliche Honighauptstadt Bremen
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