Klimaschutzzertifikate als Idee
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) will die Moorgebiete im Nordwesten wiedervernässen. Ein neues Projekt für den Klimaschutz. Denn wiedervernässte Moore binden gefährliche Treibhausgase. Ein erstes Moorgebiet haben die Naturschützer bereits gefunden: das Dorumer Moor nördlich von Bremerhaven im Landkreis Cuxhaven.
So eine Wiedervernässung kostet natürlich Geld und deshalb hat sich der BUND mit einigen Partnern zusammen getan, um gemeinsam an Touristen und Einheimische spezielle Klimazertifikate verkaufen. Von der Pipinsburg in Sievern nördlich von Bremerhaven führt ein Spazierweg direkt hinein ins Dorumer Moor. Eine kleine Fläche hier hat der Landkreis Cuxhaven schon vor Jahren wiedervernässt. Paul Müller vom Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven zeigt beim Besuch unserer Reporterin Martina Niemann auf ein Gebiet, das aussieht, wie ein See – mit viel Bewuchs und mit Torfmoosen, die aus dem Wasser rausgucken. "Das, was wir haben wollen", sagt Müller. Er zeigt auf eine wildromantische Fläche. Hier hat sich das Wasser angestaut. Daraus ragen tote Baumstümpfe empor, Moos macht sich wieder breit. Dazu gehört auch, dass Birken absterben und sich Heide, Wollgras und Gagelstrauch breit macht. Durch die "Farbkleckse" wird das Moor wieder interessanter, so Müller.
Noch gibt es viele trockene Bereiche im Dorumer Moor, Pfeifengras überwuchert ganze Bereiche, auf dem Spazierweg hat sich das Laub angesammelt. In der Vergangenheit haben die Bauern hier mit der Hand Torf gestochen. Sie legten Gräben an, um die Flächen zu entwässern. Torf wird hier aber schon lange nicht mehr gestochen, die Entwässerungsgräben gibt es noch immer. Und die werden jetzt dazu benutzt, das Wasser wieder aufzustauen – als ein erster Schritt, um die Fläche wiederzuvernässen. Das Dorumer Moor ist 200 Hektar groß. Das entspricht in etwa der Fläche von 200 Fußballfeldern. Das ist kein "großes Moor", sagt Müller. Gutes Mittelmaß, aber durchaus mit einem Effekt fürs Klima.
"Klimafreundlicher Tourismus"
20 Euro soll ein "Klimazertifikat" kosten. Dafür erwirbt der Käufer – ob Tourist oder Einheimischer – rein symbolisch 80 Quadratmeter Moorfläche. Insgesamt müssen 2.600 Zertifikate verkauft werden, um die Wiedervernässung des Dorumer Moors finanzieren zu können, hat der BUND ausgerechnet. Die Zertifikate sollen in Kürze über das Internet verkauft werden. Informationen gibt es auf der Website "www.moor-land.de" und bei der Tourismuszentrale Bremerhaven.
"Das Torfmoos bindet CO2 beim Wachstum. Dadurch dass Pflanzen im Wasser stehen kommt der Zersetzungsprozess nicht in Gang. Dort gibt es langfristig eine CO2-Bindung im Moor und das ist positiv. Auf den Flächen, wo es ganz trocken ist und wo sich Torf zersetzt, gibt es eine negative Bilanz. Dort wird zu viel CO2 freigesetzt. Torf bildet sich nicht von heute auf morgen. Das dauert einige Tausend Jahre, sagt Müller.
Neue Idee: Klimazertifikate für das Dorumer Moor, [2:54]
Der BUND will jetzt den Anfang machen und Geld für das Projekt sammeln. Der Landkreis Cuxhaven ist ein dankbarer Partner, denn "Wiedervernässung" ist nun mal nicht nur "Gräben dicht machen". Müller sieht in der Idee, Klimaschutzzertifikate zu verkaufen, eine gute Möglichkeit, die benötigten mehreren Tausend Euro aufzutreiben.
BUND-Geschäftsführer Martin Rode sagt: "Wir alle bewegen uns den ganzen Tag über und wir haben alle einen ökologischen Fußabdruck. Wir können uns mit diversen Möglichkeiten darum bemühen, den Fußabdruck zu verkleinern. Wir werden ihn aber nicht vermeiden. Es wird immer Folgekosten für die Natur geben. Das wollen wir ins Bewusstsein bringen und auch eine Möglichkeit bieten, etwas zu tun und nicht nur drüber zu reden. Über den Fortschritt des Projekts kann sich jeder selbst ein Bild machen – bei einem Spaziergang durch das Dorumer Moor. Müller findet das besonders wichtig. Im Dorumer Moor hat jeder die Möglichkeit, selbst zu schauen, wie es jetzt aussieht – und wie es sich verändert.
François Rabelais: "Gargantua und Pantagruel"
Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen. Grundschriften der europäischen Kultur" am Mittwoch, 29. Mai 2013, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Bremen fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
Der neue Mehmet
Osman ist verdutzt: Sein ungeratener Sohn Mehmet hat sich von einem auf den anderen Tag von einem schwarzen Schaf in ein weißes Lämmchen verwandelt. Mehr...
Die SMS wird abgelöst
Wie das gute alte Handy ohne Touch-Display oder das Faxgerät wird auch die SMS vom Netz gefressen. Gut zwanzig Jahre nach dem offiziellen Debüt steht der Short Message Service vor der Ablösung. Mehr...
As Time Goes By
Heute vor 30 Jahren fand bereits zum zehnten Mal in Bremen der Fernsehwettbewerb der Regionalprogramme statt.
28. Mai 1983: Fernsehregionalwettbewerb in Bremen
Testen Sie Ihr Wissen!
Sind Sie das wandelnde Lexikon oder haben Sie eher gutes Halbwissen? Testen Sie sich! Mehr...
Plattdeutsches bei Radio Bremen
Mögen Sie Plattdeutsch? Oder wollen Sie es lernen? In unserem Plattdeutsch-Spezial bieten wir Ihnen einen Anfängerkurs mit den wichtigsten Regeln und vielen Übungen. Hier hören und lesen Sie täglich unsere Nachrichten "up platt", erfahren Aktuelles zur Sprache oder Spielerisches zum Vertiefen Ihrer Kenntnisse. Mehr...
Jetzt läuft
Streit ums Grundwasser in Holdorf
Die Brunnen der Gemeinde Holdorf liefern den größten Teil des Wasserbedarfs der Region Vechta. Nun sollen noch mehr Brunnen noch mehr Grundwasser abpumpen. Viele Anwohner beklagen aber schon jetzt, dass ihre Felder vertrocknen und der Wasserspiegel ihres Badesees sinkt. Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Grundwasser aus dem Boden gepumpt wird? Wir diskutieren live vor Ort. Mehr...
29. Mai, 15:05 Uhr | Nordwestradio
Was wir wirklich brauchen – oder wollen!
"Weniger ist mehr", heißt es gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Also weg mit dem Auto, auf Marken-Klamotten verzichen – und einfach glücklich sein! Ob das mitten in einer Konsumgesellschaft funktioniert? Eine Sendung über den Traum vom einfachen Leben. Mehr...
28. Mai, 19:05 Uhr | Nordwestradio
Zebra Vier
Jeden Sonntag zwischen 8 und 11 Uhr hört ihr bei Bremen Vier unsere Kindersendung "Zebra Vier", mit vielen tollen Experimenten, Infos und Tipps für Kinder und Jugendliche. Mehr...
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Mehr...
Der neue Rundfunkbeitrag
Der neue Rundfunkbeitrag löst die Rundfunkgebühr ab. Informationen zum Start 2013 hier. Mehr...
Rauschfreier Empfang
Am 1. Februar 2013 hat Radio Bremen sein Digitalradio-Angebot gestartet. Mit dem terrestrischen Digitalradio können die Hörfunkprogramme in rauschfreier Qualität empfangen werden. Mehr...
Wissen-Podcasts
Wissen-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier bieten wir Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download an. Mehr...
Webservices
Wir bieten Ihnen verschiedene Wege, das Programm von Radio Bremen zu empfangen und Möglichkeiten für Sie, mitzumachen: über Podcast, Apps, Soziale Netzwerke, Kommentarfunktionen und mehr. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Robin Dutt in der Stadt: Werder Bremen präsentiert seinen neuen Trainer
Betriebsversammlung bei ENO: Mitarbeiter wollen bessere Arbeitsbedingungen
Streit um Beratungsstelle: SPD-Fraktionschef will Rat-und-Tat-Zentrum halten
Bremer Delegation in der Türkei: Böhrnsen findet es wichtig, "sich mal sehen zu lassen"