Hilfe zur Selbsthilfe
Ein Land, über das so gut wie nie berichtet wird, ist Lesotho. Das ist ein kleines Königreich in Südafrika und gehört zu einem der ärmsten Gebiete der Welt. 1,7 Millionen Menschen leben hier und mehr als 200.000 Kinder sind Vollwaisen. Ihnen hilft seit Jahren ein Ehepaar aus der Nähe von Bremerhaven, das regelmäßig Kartons nach Lesotho schickt.
Video: Container für Lesotho
Einstellungen, Infos und Kommentare
Vor über 20 Jahren zog es Iris und Rainer Eberl aus beruflichen Gründen nach Lesotho. Rainer sollte dort die Grundschüler in Mathe unterrichten. Darüber sagt er: "Wir sind eigentlich mit der Prämisse dahin gefahren, um die Kinder zu entwickeln. Aber wir fühlen uns mehr entwickelt von den Menschen dort". Seitdem sammelt das Ehepaar einmal im Jahr Klamotten, Nähmaschinen oder Schuhe. Die Eberls wissen, dass auch Winterkleidung sehr nützlich ist: "In Lesotho ist es im Winter richtig kalt. Tagsüber ist toller Sonnenschein und nachts sinken die Temperaturen auf minus zehn Grad".
140 Nähmaschinen sind dieses Jahr durch Spenden zusammengekommen. Damit sollen sich Frauen selbstständig machen und Schuluniformen oder traditionelle Kleidung nähen. "Das ist eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Natürlich gibt es dort Nähmaschinen, aber wenn die Leute kein Geld haben, sie sich zu kaufen, dann nützt das nichts" sagt Rainer Eberl. Seine Frau war schon öfter bei der Übergabe des Containers an die Besothos, den Einwohnern Lesothos, dabei. Die Freude ist dann immer riesengroß. Geber, Vermittler und Empfänger freuen sich.
Jährlich kommen viele Spenden zusammen. Die St.-Petri Gemeinde in Langen hilft beim Packen des Containers. Die Spendenaktion wird von der Regierung in Lesotho unterstützt. Die Handelsvertreterin aus der Botschaft Lesothos, Yvette Wrigley, ist extra aus Berlin angereist, um sich zu bedanken und zu betonen, dass diese Aktion den Markt vor Ort nicht kaputtmacht. Die Nähmaschinen kommen in kleinere Werkstätten und die Klamotten gehen gleich an bedürftige Familien.
Finanziert wird der Transport durch Spenden. "Eurogate" hilft beim Packen, die Firma Glomb schafft den Container zum Hafen und die Reederei "MSC" sorgt für den Transport nach Afrika. So spart die Gemeinde 6.000 Euro.
Die Schiffsreise dauert sechs Wochen. Zu gerne wäre Iris Eberl wieder beim Auspacken dabei. Genau dieser Moment sei es, warum sie sich den Stress immer wieder antut. Sie erklärt: "Beim letzten Container habe ich mitbekommen, wie alle gejubelt haben. Das war Wahnsinn. Mir sind echt die Tränen gekommen. Und ich hatte eine Gänsehaut nach der anderen".
Die Freude bei der Ankunft der Container ist groß.
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