"Marco Polo" in Bremerhaven
Sie ist länger als vier Fußballfelder, das Empire State Building oder der Eiffelturm und so stark wie 1.100 Autos mit je 100 PS: Das nach Angaben der Reederei derzeit größte Containerschiff der Welt, die "Marco Polo", legte in Bremerhaven an. Am 14. Dezember 2012 machte der fast 400 Meter lange Riese an der Kaje des Containerterminals fest.
Die Marco Polo ist fast 400 Meter lang und kann mehr als 16.000 Container aufnehmen.
Mittags begrüßte Bremens Häfen- und Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) seinen Partei- und Amtsgenossen in Bremerhaven mit einem offiziellen Empfang. Das Flaggschiff der französischen Reederei "CMA CGM" befand sich auf seiner Jungfernfahrt und hatte ein paar Tage zuvor Hamburg als ersten europäischen Hafen angesteuert.
Bisher war die "Emma Maersk" das größte Container-Schiff der Welt. Sie hat Platz für 15.200 Standardcontainer. Von der Schiffslänge her betrachtet, bleibt sie es auch: 397 Meter. Die "Marco Polo" ist einen Meter kürzer, fasst jedoch mehr Container. Ab 2013 werden in Südkorea aber Containerfrachter der sogenannten Triple-E-Klasse abgeliefert – mit 400 Metern Länge, 59 Metern Breite und Platz für 18.000 Standardcontainer.
In Bremerhaven schlug die "Marco Polo" knapp 3.000 Container um. Die ersten beiden Anläufe in Hamburg und Bremerhaven sollten der Forderung von Reedern und Hafenwirtschaft nach einer Weser- und einer Elbvertiefung Nachdruck verleihen. Der Ausbau beider Flüsse um rund einen Meter liegt derzeit auf Eis. Das Bundesverwaltungsgericht muss noch über Klagen von Umweltschutzverbänden entscheiden.
Für Umweltschützer ist die Abfertigung der "Marco Polo" in Hamburg und Bremerhaven ein klarer Beleg dafür, dass die Flüsse nicht weiter vertieft werden müssen. Mit dem Jade-Weser-Port steht inzwischen auch ein Tiefwasserhafen für solche Megaschiffe bereit.
Warum die "Marco Polo" trotzdem in Bremerhaven festmachte und nicht in Wilhelmshaven – dazu wollte sich die Reederei nicht äußern. Panne oder Absicht: Auf der Routenkarte im Pressematerial der Reederei taucht der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven gar nicht auf.
Video: Höher, breiter, tiefer - Rekordschiff in Bremerhaven
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die Häfenkarte der CMA CGM – ohne den Jade-Weser-Port [PDF, 240 Kb]
"CMA CGM" ist die weltweit drittgrößte Reederei für Containerschiffe und die Nummer Eins in Frankreich. Sie beschäftigt weltweit mehr als 18.000 Menschen. Die "Marco Polo" ist im November 2012 vom Stapel gelaufen und fährt jetzt unter britischer Flagge. Nur 25 Personen an Bord sorgen für den reibungslosen Betrieb des Ozeanriesen, der Rest passierte automatisiert. Im künftigen Linienbetrieb soll das Schiff die Märkte in Asien und Nordeuropa verbinden. In Nordeuropa stehen der "Marco Polo" mit Southampton, Zeebrügge, Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg eine Vielzahl von Anlaufmöglichkeiten offen.
Zahlen, Daten, Fakten
Einige Experten halten es für riskant, immer größere Schiffe zu bauen. Die dänische Reederei "Maersk" hat vor kurzem angekündigt, nicht mehr in die Containerschifffahrt zu investieren. "Die nächsten Jahre werden in diesem Wirtschaftssegment vorausschichtlich schwierig", prognostiziert Professor Carsten Boll, Experte für Schiffstechnologie an der Hochschule Bremerhaven.
Ein Schiff von der Größenordnung der "Marco Polo" hätte voll beladen einen Tiefgang von 16 Metern und könnte damit weder in Hamburg noch in Bremerhaven anlegen. Deshalb ist sie bei ihrem ersten Besuch auch nicht voll beladen.
Es gibt in Europa nicht sehr viele Häfen, die für ein so schweres Schiff in Frage kämen, Rotterdam und der Jade-Weser-Port gehören allerdings dazu. Trotzdem ist die nächste Generation mit 18.000 Container-Plätzen bereits im Bau.
"Auf dem Reißbrett gibt es sogar schon Modelle für bis 23.000 Container", sagt Carsten Boll. Sie dürfen aber nicht zu schwer werden, sonst können sie bestimmte Kanäle nicht mehr passieren. Um das Gewicht richtig zu verteilen, werden Ballast-Tanks und eine komplizierte Software eingesetzt.
Harald Ganswindt im Gespräch mit Carsten Boll, Experte für Schiffstechnologie, [27:16]
Größenvergleich der Marco Polo [BMP, 617 Kb]
Containerschiff "Marco Polo" im Netz
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