Paketdienste im Vergleich
Jedes Jahr das gleiche Theater. Bis kurz vor knapp werden Geschenke für Freunde und Verwandte eingekauft. Und die bange Frage: Kommt das Paket rechtzeitig an? Wir haben fünf Paketdienste für Sie getestet. Bei der Versanddauer haben alle ihr Versprechen eingehalten – die größten Unterschiede gibt es bei Preis und Service.
Diese fünf Pakete gehen auf die Reise von Bremen nach Bayern.
Die großen Anbieter DHL, Hermes, DPD, GLS und UPS waren unsere Testkandidaten. Für jeden haben wir das gleiche Paket geschnürt: fünf Kilogramm schwer mit den Maßen 35 x 30 x 21 Zentimeter. Eine Weihnachtsfigur, eine zerbrechliche Christbaumkugel aus Glas und Süßigkeiten – darüber wird sich unser Empfänger in Bayern freuen. Alle Pakete gehen zu einer Familie nach Neuburg an der Donau, 700 Kilometer entfernt von Bremen.
Unsere Bildergalerie:
In 26 Bildern von Bremen nach Bayern
Eine echte Hürde: das Internet
Wir mögen es besonders komfortabel und wollen die Pakete im Funkhaus von Radio Bremen abholen lassen. Das Ganze beauftragen wir im Internet. Bei Hermes ist das kein Problem: Absender und Empfänger eingeben, Paketgröße anklicken, fertig. Bezahlt wird bar beim abholenden Fahrer – sehr einfach.
Unübersichtlich hingegen sind die Seiten von DPD und GLS. Die Anmeldung über ein Benutzerkonto ist hier Pflicht.
UPS ist auf Großkunden spezialisiert; Privatkunden ohne feste Kundennummer haben es schwer. Bei unserem Test haben wir nach mehreren Fehlversuchen entnervt die UPS-Hotline angerufen und dort die Abholung in Auftrag gegeben.
Der Paketschein kommt bei GLS, DPD und Hermes als PDF-Datei. Die kann ausgedruckt, ausgeschnitten und aufs Paket geklebt werden.
Fünf Paketzusteller im Test, [4:07]
Warten, warten, warten
Die Abholung von Paketen ist bequem, braucht aber auch viel Geduld. Bei keinem Anbieter kann man eine genaue Zeit festlegen, zu der der Paketbote an der Haustür klingeln soll. Man muss also tagsüber zuhause sein.
Bei DHL und UPS gibt es zumindest die Möglichkeit, ein Zeitfenster (Vormittag oder Nachmittag) anzugeben. Dieser Service kann aber extra kosten.
Los geht’s
Höchstens zwei Tage dauert der Versand innerhalb Deutschlands, versprechen alle Paketunternehmen. DHL und GLS sind besonders ehrgeizig und geben eine Regellaufzeit von einem Tag an.
Bei unserem Versuch brauchten DHL, DPD, GLS und Hermes zwei Tage von Bremen nach Bayern. Nur UPS schaffte es am Folgetag – allerdings war der Anbieter auch mit Abstand am teuersten.
Kurz vor Weihnachten haben die Paketdienste fast doppelt so viele Pakete zu befördern wie im restlichen Jahr. Trotzdem legen sich viele Anbieter – zum Beispiel DHL – fest: Wer spätestens am 22. Dezember mittags sein Paket aufgibt, kann davon ausgehen, dass Heiligabend alle Geschenke unterm richtigen Tannenbaum liegen.
Kleiner Tipp: Wenn man die Pakete – wie bei unserem Versuch – abholen lässt, sollte man noch einen Tag mehr Zeit einplanen.
Preise und Leistungen der fünf großen Paketdienstleister - die ausführliche Übersicht können Sie unten als PDF-Datei herunterladen.
Alles heile?
Positiv: Die wertvolle Christbaumkugel aus Glas ist beim Transport in keinem Paket kaputt gegangen. Ganz ohne Schaden haben aber nur DHL, DPD und Hermes die Geschenke transportiert.
GLS hat deutliche Spuren hinterlassen: Das Paket war an einer Kante eingedrückt. Möglicherweise kein Einzelfall. Stiftung Warentest verschickte im vergangenen Jahr 100 Pakete – viele Pakete über GLS seien beschädigt angekommen (test 12/2010).
Pech hatten wir auch mit UPS: Bei einem Weihnachtsengel aus Ton waren die Flügel abgebrochen.
Grundsätzlich ist der Inhalt versichert – je nach Anbieter bis maximal 750 Euro.
Fünf Paketdienste im Überblick [PDF, 462 Kb]
Paketdienste im Vergleich, [2:49]
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