Chauffeur der Talkshow-Promis von 3nach9
Michael Jackson, Michael Gorbatschow und auch Kanzlerin Angela Merkel saßen schon auf seiner Rückbank. Er ist Chauffeur der prominenten Gäste der Radio-Bremen-Talkshow "3nach9": Rolf Schlichting. Und das seit Start der Sendung, also mittlerweile 39 Jahre. Inzwischen ist der Schwaneweder im Rentenalter. Ans Aufhören denkt er aber nicht. Warum die Promis gerne mit ihm fahren, und wer ihn gleich zum Kaffee eingeladen hat? Das lesen Sie im Interview.
Der 75-Jährige am Steuer seiner Mercedes-S-Klasse. Es ist der 52. Wagen in 42 Jahren als Fahrer. Seit 60 Jahren hat er seinen Führerschein und ist immer noch unfallfrei. Dabei hat er schon einige Millionen Kilometer auf dem Tacho.
Radio Bremen: Einen Promi-Chauffeur stellt man sich mit Anzug, Mütze und weißen Handschuhen vor. Was tragen Sie bei der Arbeit?
Rolf Schlichting: Nein, nein, nein. Das geht bei uns leger zu. Ganz oft trage ich Krawatte, aber keine Mütze und keine weißen Handschuhe.
Radio Bremen: Ex-Kanzler Gerhard Schröder, King of Pop Michael Jackson, Schauspieler Till Schweiger. Eine Liste, die man unendlich fortetzen könnte. Welchen Fahrgast werden Sie nie vergessen und warum?
Rolf Schlichting: Inge Meysel und Ulrich Wickert zum Beispiel. Bevor es losging, haben mich beide erst einmal auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Als Dank für die gute Fahrt haben sie mir später auch ein Buch zugeschickt. Mit Michael Jackson bin ich damals überhaupt nicht ins Gespräch gekommen. Es gibt ja auch eine Trennwand. Aber ein Autogramm habe ich bekommen.
Radio Bremen: Sind Ihre Fahrgäste immer nett?
Rolf Schlichting: Meistens, aber nicht immer. Ein deutscher Schaupieler ist einfach eingestiegen, Knie gegen die Lehne, Fenster auf und ohne zu fragen Zigarette an und ab ging die Post. Das war für mich enttäuschend.
Radio Bremen: Kommen Sie mit den 3nach9-Gästen regelmäßig ins Gespräch?
Info: 3nach9
Seit November 1974 ist 3nach9 mit Unterhaltung zum Mitdenken auf Sendung: Live-Talks mit mehr als 3.000 Gästen und über 40 Moderatoren, mit Weltstars und dem Mann/der Frau von der Straße – Aufreger, Skandale und Spektakel eingeschlossen. Einmal im Monat freitags, 22 - 24 Uhr.
Rolf Schlichting: Genscher (Ex-Außenminister; Anm.d.Red.) war zum Beispiel ganz locker. Der hat gleich erstmal gefragt, was so los ist in Bremen. Ich halte mich aber insgesamt zurück. Viele kommen auch gestresst an und bereiten sich vor. Heute haben außerdem alle ein Handy. Das geht fast nie aus, und deswegen kommt man eher selten ins Gespräch. Aber bei der Begrüßung und der Verabschiedung sind immer alle sehr höflich.
Radio Bremen: Loki Schmidt haben Sie auch gefahren. Was war die erste Frage?
Rolf Schlichting: (lacht) Ob sie rauchen darf.
Radio Bremen: Hat sich schon mal jemand über Ihren Fahrstil beschwert?
Rolf Schlichting: Nein, noch nie. Im Gegenteil. Das macht Spaß mit Ihnen zu fahren, sagen die meisten. Ich bin ein sanfter Fahrer, arbeite wenig mit Bremse, sondern eher mit dem Gaspedal.
Radio Bremen: Wie sieht so ein typscher 3nach9-Freitag für Sie aus?
Rolf Schlichting: Einen Tag vorher schon kommen die Moderatoren Giovanni di Lorenzo und Judith Rakers. Die Gäste dann am Freitag. Oft sind es enge Zeitfenster. Dann geht es hin zum Flughafen oder zum Bahnhof. Mal ist eine Maschine zu spät, mal ein Promi. Das kann dann schon mal stressig werden. Aber bisher waren wir immer pünktlich zur Sendung da.
Radio Bremen: Wie sind Sie eigentlich dazu gekommen, die Talkshow-Promis zu fahren?
Rolf Schlichting: Ich habe eine nette Nachbarin, eine Mitarbeiterin von Radio Bremen. Die hatte mich empfohlen.
Radio Bremen: Sie sind ein Mann der ersten Stunde. Auch Ihre Frau und Ihr Sohn fahren für 3nach9. Wie lange wollen Sie das noch machen?
Rolf Schlichting: Giovanni hat mich das auch gefragt. Er wünscht sich auf jeden Fall, dass er dann immer noch moderiert. Ich bin noch bei guter Gesundheit und habe Spaß daran. Also möchte ich so lange wie möglich noch fahren.
Radio Bremen: Mit Moderator Giovanni di Lorenzo verbindet Sie eine Freundschaft. Sie fahren ihn inzwischen seit mehr als 20 Jahren. Gibt es auch zu anderen Prominenten enge Verbindungen durch die Tätigkeit?
Rolf Schlichting: Nein, eigentlich nicht. Ein gutes Verhältnis hatte ich mit Jopi Heesters. Wir sind damals von Bremen mal nach Emden zu einem Filmdreh mit Otto Waalkes gefahren. Zu seinem 105. Geburtstag hatte er meine Frau und mich nach Hamburg eingeladen.
Radio Bremen: Sie sind selbst Dauergast bei 3nach9. Haben Sie in alle den Jahren schon mal eine Sendung verpasst?
Rolf Schlichting: Nein. Ich habe sogar einmal meinen Urlaub auf Malaga abgebrochen, weil es keinen Fahrer gab. Meine Frau kam ein paar Tage später zurück. Ich stehe zu den Sachen, die ich mache.
Radio Bremen: Haben Sie eigentlich Punkte in Flensburg?
Rolf Schlichting: Ich hab im Moment keinen Punkt in Flensburg. Die, die ich hatte, sind gelöscht. Als ich Alice Schwarzer mal in Osnabrück abgeholt habe, war die Zeit knapp. Kurz nach Beginn der Fahrt war es dann auch schon passiert. Ich wurde geblitzt.
Der Fahrer, die Promis und die Limousine, [4:04]
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