Fanprojekt-Bremen
Fußball ist in Deutschland der Volkssport Nummer eins. Wenn an den Wochenenden auf den Plätzen gespielt wird, geht es um Siegen, um Zweikampf, um Ehre. Eine Klima, in dem sich rechte Sprüche und Parolen leicht verbreiten lassen. Im Radio-Bremen-Interview warnt auch das Fanprojekt-Bremen vor kleinen, aber extrem rechten und gewaltbereiten Gruppen.
Thomas Hafke, Fan-Projekt Bremen
Radio Bremen: Das Thema Rassismus im Fußball stand in den vergangenen Wochen häufig auf der Agenda. In Dortmund fielen Fans mit rechten Bannern auf. Auch in Aachen und Braunschweig gab es ähnliche Vorfälle. Ist das nur ein Eindruck, oder beobachten Sie auch, dass die Anfeindungen zunehmen?
Thomas Hafke (Fanprojekt Bremen): Das ist nicht so einfach zu beantworten. Es kann durchaus sein, dass die Fußballwelt sensibler gegenüber dieser Problematik geworden ist, und auch die Medien mittlerweile genauer hinschauen. Das ist aber auch gut so.
Radio Bremen: Warum bietet gerade der Fußball rechten Einstellungen eine Bühne?
Thomas Hafke: Das liegt in Deutschland vermutlich an der teilweise verbreiteten Vorstellung, dass Fußball ein chauvinistisches Männerspiel sei. Das ist es aber ganz und gar nicht. Der moderne Fußball ist an englischen Schulen als Spiel zur Erziehung junger Menschen zu mehr Zivilität entwickelt worden.
Radio Bremen: Im Umfeld von Werder gibt es rechte Gruppierungen wie die "Standarte", es gibt rechte Hooliganbands wie "Kategorie C". Wie schätzen Sie das rechte Potenzial in der Bremer Fanszene ein – im Vergleich zu anderen Bundesligisten?
Thomas Hafke: Die Fanszene in Bremen ist heute wohl eher links eingestellt. Allerdings gibt es kleine, extrem rechte und gewaltbereite Gruppen, die im Fußballkontext auftauchen und versuchen, junge Fußballfans mit dem Versprechen von Action, Kameradschaft und Identität für sich zu gewinnen. Problematisch ist auch die bundesweite Vernetzung dieser Gruppen.
Radio Bremen: Gibt es besondere Herausforderungen, vor denen wir hier in Bremen stehen?
Thomas Hafke: Die Herausforderung besteht meines Erachtens darin, junge Fußballfans aufzuklären und bei ihrer politischen Identitätsfindung – zum Beispiel durch Bildungsangebote – zu unterstützen, damit sie nicht in diese Gruppen abgleiten. Dazu gehört genauso die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Wichtig ist natürlich auch, die Fans zu unterstützen, die sich gegen Diskriminierung engagieren. Dafür gibt es zum Beispiel die Antidiskriminierungs-AG der Werder-Fans.
Radio Bremen: Wie versucht das Fan-Projekt rechten Tendenzen bei Werder entgegen zu wirken?
Thomas Hafke: Das Fan-Projekt Bremen geht auf die Jugendlichen zu und offeriert die verschiedensten Angebote. Dabei ist es wichtig, da zu sein, wo die Fans sind: im Stadion, beim Auswärts-Spiel oder an den Treffpunkten.
Zur Person
Thomas Hafke ist Diplom-Sozialwissenschaftler. Beim Fanprojekt-Bremen ist er unter anderem zuständig für die Antidiskriminierungsarbeit und die Integration jugendlicher Migranten.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist der Ostkurvensaal, in dem sich die Jugendlichen treffen und ihren Aktivitäten nachgehen können. Gerade für die politische Bildung ist der Saal von großer Bedeutung. Hier gibt es Podiumsdiskussionen, Vorträge und Bildungsangebote. Außerdem bieten wir einen internationalen Jugendaustausch an, zum Beispiel mit israelischen Fans.
Radio Bremen: Auch ohne rechte Hooligans oder Neonazis im Stadion stellen rechte Einstellungen Fußball-Vereine vor Herausforderungen. Wie beobachten Sie Alltagsrassismus im Fußball bei ihrer täglichen Arbeit? Und welche Gefahr sehen Sie darin?
Thomas Hafke: Bis heute kommt es immer wieder vor, dass sich einzelne Zuschauer rassistisch äußern. Aber jeder hat die Möglichkeit, dem an Ort und Stelle Einhalt zu gebieten. Wichtig ist natürlich, sich weiterer Fans zu vergewissern, damit sie einem im Bedarfsfall unterstützen. Falls es sich um eine Gruppe handelt, ist es besser den Ordnungsdienst im Stadion einzuschalten.
Aber nicht nur Rassismus ist ein alltägliches Problem. Es gibt antisemitische, sexistische und homophobe Äußerungen, denen wir entgegentreten müssen. Das Schöne in Bremen ist, dass es viele Fußballfans gibt, die sich dagegen engagieren und auf diese Weise für eine weltoffene Atmosphäre sorgen.
Redefreiheit: Natur
Der Mensch muss mit der Natur leben – und auch sie selbst muss mit dem Naturwesen "Mensch", das in ihr handelt, klar kommen. In der "Redefreiheit" können Sie mit dem Theologen und Psychoanalytiker Eugen Drewermann über Natur und Naturschutz diskutieren und live im Internet chatten. Mehr...
25. Mai, 19:05 Uhr | Nordwestradio
Der neue Mehmet
Osman ist verdutzt: Sein ungeratener Sohn Mehmet hat sich von einem auf den anderen Tag von einem schwarzen Schaf in ein weißes Lämmchen verwandelt. Mehr...
Die SMS wird abgelöst
Wie das gute alte Handy ohne Touch-Display oder das Faxgerät wird auch die SMS vom Netz gefressen. Gut zwanzig Jahre nach dem offiziellen Debüt steht der Short Message Service vor der Ablösung. Mehr...
As Time Goes By
Heute vor 230 Jahren wurde in Miehlen im Taunus Johannes Bückler geboren, berüchtigt als Räuber mit dem Spitznamen "Schinderhannes".
25. Mai 1783: Räuberhauptmann Schinderhannes
Testen Sie Ihr Wissen!
Sind Sie das wandelnde Lexikon oder haben Sie eher gutes Halbwissen? Testen Sie sich! Mehr...
Plattdeutsches bei Radio Bremen
Mögen Sie Plattdeutsch? Oder wollen Sie es lernen? In unserem Plattdeutsch-Spezial bieten wir Ihnen einen Anfängerkurs mit den wichtigsten Regeln und vielen Übungen. Hier hören und lesen Sie täglich unsere Nachrichten "up platt", erfahren Aktuelles zur Sprache oder Spielerisches zum Vertiefen Ihrer Kenntnisse. Mehr...
Der neue Rundfunkbeitrag
Der neue Rundfunkbeitrag löst die Rundfunkgebühr ab. Informationen zum Start 2013 hier. Mehr...
Jetzt läuft
Albtraum Wohnungseinbruch
Der Film guckt dem Spurensicherer Peter Klug auf die Finger und zeigt, wie polizeiliche Berater versuchen, Hauseigentümer zu bewegen, Fenster und Türen sicherer zu machen – und schaut, was dann wirklich getan wird. In der Reportage spricht ein Ex-Einbruchsprofi darüber, wie Profi-Diebe ihre Tatorte auswählen und gibt Tipps zum Einbruchsschutz. Mehr...
25. Mai, 8:30 Uhr | RB TV und NDR/RB
Was wir wirklich brauchen – oder wollen!
"Weniger ist mehr", heißt es gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Also weg mit dem Auto, auf Marken-Klamotten verzichen – und einfach glücklich sein! Ob das mitten in einer Konsumgesellschaft funktioniert? Eine Sendung über den Traum vom einfachen Leben. Mehr...
26. Mai, 11:05 Uhr | Nordwestradio
Zebra Vier
Jeden Sonntag zwischen 8 und 11 Uhr hört ihr bei Bremen Vier unsere Kindersendung "Zebra Vier", mit vielen tollen Experimenten, Infos und Tipps für Kinder und Jugendliche. Mehr...
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Mehr...
Rauschfreier Empfang
Am 1. Februar 2013 hat Radio Bremen sein Digitalradio-Angebot gestartet. Mit dem terrestrischen Digitalradio können die Hörfunkprogramme in rauschfreier Qualität empfangen werden. Mehr...
Wissen-Podcasts
Wissen-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier bieten wir Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download an. Mehr...
Webservices
Wir bieten Ihnen verschiedene Wege, das Programm von Radio Bremen zu empfangen und Möglichkeiten für Sie, mitzumachen: über Podcast, Apps, Soziale Netzwerke, Kommentarfunktionen und mehr. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Werder Bremen: Co-Trainer beurlaubt
Keine Förderung mehr: Bremer Rat-und-Tat-Zentrum vor dem Aus
Filmfest Emden Norderney: 29 deutsche und fünf Weltpremieren
Partitur aus verschollenen Noten: Sensationsfund der Brahms-Forschung