Grenzenlos
Ein US-Astronaut bei einem Einsatz im Weltall
Der 21. Juli 1969 wurde zum Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal betraten Menschen im Zuge der Mission "Apollo 11" den Mond. Nicht nur Fernsehserien wie "Raumschiff Enterprise" oder Science-Fiction-Romane wie "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams wurden durch die Mondbegehung inspiriert. Auch ein von Wissenschaftlern lang gehegter Traum wurde Realität. Was bedeutet die zunehmende Erschließung des Weltalls für unser Leben? Was ist Utopie, was Realität? Und was bedeutet eigentlich "Unendlichkeit"?
Zehn deutsche Astronauten sind bislang ins Weltall geflogen. Einer von ihnen ist der Astronaut und Physiker Reinhold Ewald. 1997 flog er mit einem Team zur russischen Raumstation MIR, um dort Experimente durchzuführen. Nicht nur die Arbeiten an der Raumstation, auch der eigene Körper stand dabei unter fortwährender Beobachtung, um so den veränderten Stoffwechsel genau dokumentieren zu können. Im Gespräch erzählt der gebürtige Mönchengladbacher von seinen Erlebnissen im Weltall. Er beschreibt, warum nicht die körperliche Fitness für einen Einsatz im All an erster Stelle steht und inwiefern das Wörtchen "global" für ihn eine neue Bedeutung bekommen hat.
Tobias Nagorny im Gespräch mit Reinhold Ewald, [25:06]
Bremen spielt in der Internationalen Luft- und Raumfahrt schon seit 50 Jahren eine wichtige Rolle. So werden beispielsweise im Fallturm am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) Experimente zur Schwerelosigkeit durchgeführt. Außerdem gibt es von dort aus nicht nur direkten Funkkontakt zur Internationalen Raumstation ISS. Auch wissenschaftliche Experimente werden von dort gesteuert. International bekannt ist das industrielle Zentrum für bemannte Raumfahrt und Weltraumrobotik, Astrium. Es ist Nachfolger des ersten Bremer Raumfahrtunternehmens ERNO und leistet ebenfalls einen entscheidenden Beitrag zur Internationalen Raumfahrt. So entstehen hier beispielsweise Teile der "Ariane 5"-Trägerrakete. Auf Hygiene wird hier großen Wert gelegt. Denn schon ein einziges Staubkörnchen könnte dazu führen, dass eine der rund 2.500 Schweißnäte an der Rakete nicht hält. Bei einem Flug ins All könnte das fatal werden. Unser Reporter Thomas Kleinspehn durfte in Schutzkleidung ins Innere eines Raketenteils kriechen.
Zu Besuch im Bremer Astrium (ein Beitrag von Thomas Kleinspehn), [10:58]
Raumfahrtsforschung in Bremen (ein Beitrag von Thomas Kleinspehn), [10:51]
Raumfahrtführung bei Astrium (ein Beitrag von Sven Weingärtner), [3:08]
Der Bau einer Ariane-Rakete (ein Beitrag von Peter Meier-Hüsing), [2:57]
Eins, zwei, drei… Schon Kinder zählen solange bis sie nicht mehr weiter wissen. Und wenn sie glauben, endlich am Ende der Zahlenkette angelangt zu sein, so lässt sich doch immer noch einen weitere "1" hinzufügen. Es ist wie verhext. Was ist hinter dem Ende? Und was ist eigentlich außerhalb des Universums, also jenseits der Fixstern-Sphäre? Im Mittelalter antwortete darauf die Theologie und ordnete diesen unendlichen Raum der göttlichen Sphäre zu. Im Gespräch erläutert Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München, wie sich die Definition der Unendlichkeit im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat.
Tobias Nagorny im Gespräch mit Klaus Mainzer , [10:25]
Schon vor den physikalischen Erkenntnissen von Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei, Johannes Keppler oder Albert Einstein begann eine kulturelle Auseinandersetzung mit nicht erklärbaren Vorgängen im All. Die Menschen suchten mit Religion, Kunst und Riten nach Antworten für die Unendlichkeit des Sternenhimmels über ihnen. So wurde im Christentum der Himmel zum Ort der Erlösung, zur Pforte ins Jenseits, zu einem Ort, an dem nur Gott seinen Platz hat. Doch seitdem die ersten Menschen den Mond betraten, hat sich die Vorstellung für die Weiten des Weltalls grundlegend gewandelt. Science-Fiction-Romane, Serien wie "Raumschiff Enterprise" und die Suche nach Außerirdischen gehören seitdem längst zum Alltag.
Eine kleine Kulturgeschichte der Raumfahrt (ein Beitrag von Aurelius Wilke), [7:52]
Eine Expedition zum Mond war schon vor vielen Jahrhunderten der Wunsch vieler Gelehrter. Mit Hilfe von Teleskopen und astronomischen Berechnungen wurde versucht, sich ein möglichst konkretes Bild dieses sagenumwobenen Planeten zu verschaffen. 1609 schrieb der berühmte Astronom Johannes Kepler in zwei Nächten seine geheimnisvolle Traumerzählung über eine Reise zum Mond. Ein Vision, die ihn schon als Student in Tübingen umtrieb und auch Zeit seines Lebens nicht mehr los lassen sollte. Erst jetzt ist sein wissenschaftlich-literarisches Gedankenexperiment vollständig auf Deutsch erschienen.
Johannes Kepler: Der Traum (ein Buchtipp von Christian Gschwendtner), [4:51]
Johannes Kepler: Der Traum (ein Buchtipp von Christian Gschwendtner) [PDF, 35 Kb]
Die schwarzen Löcher sind als Konsequenz aus der Einstein´schen Relativitätstheorie aus dem Jahr 1915 entstanden. Sie beschreiben einen Raum, aus dem wir weder Informationen noch Licht empfangen können, also ein Gebiet, dass außerhalb unserer Erfahrungswelt liegt. Wie man sich das genau vorstellen kann, erklärt Prof. Dr. Claus Laemmerzahl vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen.
Ist diese Meldung wahr oder falsch? - Wenn Sie die Lösung wissen oder an Ihren Tipp glauben, dann schicken Sie bis zum 13. Oktober eine Mail an: glaubenundwissen@radiobremen.de. Zu gewinnen gibt es das Buch "Mond: Geschichte einer Faszination" von Bernd Brunner (Verlag Antje Kunstmann).
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