Windkraft auf dem Meer
"Agora Energiewende" heißt der Berliner Think Tank, der mit seiner Studie zu den Kosten der Energiewende in der norddeutschen Offshore-Industrie viel Wirbel verursacht hat. In einem Interview mit dem Nordwestradio erläutert "Agora"-Direktor Rainer Baake, dass ein schneller Ausbau von Offshore-Energiegewinnung die Energiewende deutlich teurer macht.
Radio Bremen: Die von Ihnen in Auftrag gegebene Studie ist schon einige Tage auf dem Markt, erst jetzt kommt aber die Resonanz. Sind Sie Herrn Krawinkel dankbar?
Rainer Baake: Zunächst bin ich dankbar, dass unsere Studie zur Kenntnis genommen wird, weil ich glaube, dass sie einige wichtige Erkenntnisse geliefert hat. Wir sind der Frage nachgegangen, was ist eigentlich ein kostengünstiger Weg, um die Ausbauziele der Energiewende zu erreichen. Wir haben in Deutschland zwei Theorien: Die Einen sagen, die Anlagen sollen dorthin, wo die Kilowattstunde am billigsten produziert werden kann. Das wäre zum Beispiel Onshore-Wind an den windreichen Standorten im Norden, und Photovoltaik im sonnigen Süden. Die andere Theorie sagt, die Anlagen sollen näher an die Verbrauchszentren, dann würden Kosten für das Übertragungsnetz gespart. Aber es hat bislang niemand die Frage untersucht, was denn eigentlich die ein oder andere Strategie für die Kosten des gesamten Stromsystems bedeutet. Und das haben wir erstmals untersucht - mit einigen hochinteressanten Ergebnissen.
Radio Bremen: Die da wären?
Rainer Baake: Ein schneller Offshore-Ausbau würde tatsächlich die Energiewende insgesamt deutlich teurer machen. Wir ziehen da aber nicht die Schlussfolgerung, die Herr Krawinkel gezogen hat. Ich denke, dass hier noch ein erhebliches Potenzial an Technologie-Innovation und auch an Kostensenkung bei der Offshore-Windenergie realisiert werden kann. Das geht natürlich nur, wenn man weiter ausbaut. Auf der anderen Seite muss natürlich die Frage nach der Geschwindigkeit gestellt werden. Heute ist Offshore noch sehr teuer und wenn wir eine große Anzahl installieren, dann kann das für die Energiewende insgesamt sehr teuer werden. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden. Unsere Studie hat ergeben, dass es eigentlich egal ist, ob man an die kostengünstigsten Standorte geht oder näher an die Verbrauchszentren. Beide Strategien wären aber pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro billiger, als die Planung der Bundesregierung, bei der Offshore-Windenergie ein wichtiger Parameter ist.
Radio Bremen: Die Verlagerung der Windenergie vom Wasser ins Land ist demnach also kostengünstiger und Sie bevorzugen diese Variante?
Rainer Baake: Ja., wir raten dazu, bei Offshore langsamer vorzugehen. Die Bundesregierung hat ja das Ziel bis 2023 14 Gigawatt und bis 2033 25 Gigawatt Offshore auszubauen. Das würde tatsächlich zu diesen Mehrkosten führen. Wenn man mehr Windenergieanlagen an Land und Photovoltaikanlagen baut, um dieselbe Strommenge zu erzeugen, würde es kostengünstiger. Aber wir sagen nicht: Stoppt Offshore, sondern drosselt die Ausbaugeschwindigkeit.
Radio Bremen: Das heißt die ständigen Verzögerungen beim Netzausbau sind gar nicht so wild?
Offshore-Windparks in Deutschland
Rainer Baake: Ja das ist erstaunlich. Wir haben die unterschiedlichen Szenarien errechnet. Einmal mit einem schnellen, vollständigen Netzausbau und einmal mit einem verzögerten Netzausbau und dabei ist in der Tat herausgekommen, dass wir da nicht die großen Kostenunterschiede haben, wenn wir das Jahr 2023 betrachten. Das heißt jetzt nicht, dass wir die Netze nicht brauchen. Es geht um die Frage, wie schnell brauchen wir die und wenn es ein bisschen langsamer geht, ist es unter Kostengesichtspunkten kein großer Beinbruch. Dieses sogenannte Startnetz des Bundesnetzplans muss auf jeden Fall gebaut werden. Da sind knapp 2.000 Kilometer Leitung. Auch den Rest werden wir brauchen – diese großen Nord-Süd-Verbindungen mit neuer Übertragungstechnik. Wenn die später kommen ist das nicht schlimm.
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