Unfälle mit Senioren
Bei fast jedem fünften Unfall in Bremerhaven sind Senioren beteiligt. Immer öfter auch ältere Menschen, die mit einem Gehwagen unterwegs sind – mit einem Rollator. Die Polizei will dafür sorgen, dass die Bremerhavener Rentner sicher durch den Verkehr kommen. Bei Schulungen im Lotte-Lemke-Haus der Arbeiterwohlfahrt am Wochenende gab die Polizei den Rentnern Tipps. Mit dabei war der Polizei-Rollator mit Blaulicht und Kelle.
Ausgerüstet wie ein Streifenwagen: der Bremerhavener Polizei-Rollator.
Für Ralf Spörhase ist der Polizei-Rollator ein Sympathieträger. "Wir wollen gleich das Eis brechen und auf Augenhöhe unsere Arbeit hier verrichten. Das bringt viele Sympathien", sagt der Polizist. Seit drei Jahren klärt er die Senioren auf. Im Alltag gibt es für Menschen, die mit Gehhilfen unterwegs sind, viele Tücken. Bordsteinkante, Treppen, Kopfsteinpflaster – aber auch der Rollator selbst kann ein Problem sein.
"Oft ist er falsch eingestellt", berichtet Spörhase aus seiner Erfahrung. Lenker zu hoch oder zu tief. Das bedeutet Sturzgefahr. Bestätigung für die richtige Haltung am Rollator bekommt er von Heinz-Gerd Lührs. "Nicht immer so krumm, sonst bekommt man einen Buckel", sagt der 84-Jährige. Mit seiner Gehhilfe ist er seit einem Jahr unterwegs.
Rollator-Check, [2:47]
Polizei in Bremerhaven berät Senioren
Eine andere Gefahr ist eine vermeintliche Ruhepause. "Im Bus setzen sich viele auf den Rollator." Doch das ist trotz angezogener Bremse gefährlich, warnt Spörhase. "Das reicht nicht. Fährt der Busfahrer an, rauscht der Senior durch den Bus." Dazu kommt ein Problem, das speziell Frauen betrifft. Die sehen in ihrem Rollator gleichzeitig einen Einkaufswagen. Eine abgelegte Handtasche wird so schnell zur leichten Beute, erklärt der Polizist.
In anderen Städten gibt es inzwischen regelmäßig Rollator-Tage, mit einem eigenen Tourplan. Dort können Rentner einen Extra-Führerschein machen. Bordsteinkanten zu überwinden, Hindernissen auszuweichen und die richtigen Einstellungen an der Gehhilfe gehören zum Programm. Bremen, Bremerhaven und Oldenburg sind nicht dabei. Dafür Wilhelmshaven und Zeven. Das Konzept dafür hat die Polizei Düsseldorf gemeinsam mit einem Rollator-Hersteller entwickelt.
Spörhase setzt in Bremerhaven weiter auf seine regelmäßigen Touren mit dem Polizei-Rollator. Den Rentnern gibt er auch Reflektoren und sorgt damit dafür, dass sie gut sichtbar sind, speziell in der dunklen Jahreszeit. Auf den Verkehr achten müssen sie aber selbst.
"Auch uns liegt das Thema am Herzen" sagt Dirk Siemering von der Bremer Polizei. 15 Mal hat ein speziell ausgebildeter Beamte in Alten- und Pflegheimen aufgeklärt. Dazu gehört unter anderem auch, wie die älteren Menschen mit dem Rollator in den Bus einsteigt. Einen eigenen Polizei-Rollator gibt es in Bremen aber nicht.
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