Roma in Deutschland
Sie haben mit vielen Vorurteilen zu Kämpfen: Roma. Die Berichterstattung über die häufig politisch verfolgte Gruppe nimmt zu, immer mehr von ihnen kommen nach Deutschland. Im Kampf um soziale Anerkennung finden sie Unterstützung bei Refugio, einem Verein, der Flüchtlinge aus Krisengebieten psychologisch betreut.
Immer mehr Roma fliehen nach Deutschland. Der Verein "Refugio" unterstützt die Flüchtlinge und gibt psychologische Beratung.
Seit drei Jahren lebt Herr M. – seinen ganzen Namen möchte er nicht verraten – in Deutschland. Mit seinen fünf Kindern und seiner Frau ist er nach Deutschland geflohen, weil ein Leben als Roma im serbischen Heimatdorf immer schwieriger wurde. "Wir hatten keine Ruhe, unsere Kinder wurden geschlagen. Als sie aus der Schule nach Hause kamen, haben sie immer geweint". Der Gipfel: Eine seiner Töchter wurde mit dem Auto überfahren, sie überlebte schwer verletzt. Der Fahrer habe zugegeben, dass er das Mädchen mit Absicht überrollt hatte – weil sie ein Roma-Kind ist.
"Refugio Bremen"
"Refugio" ist ein psychosoziales und therapeutisches Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folterüberlebende mit Kriegserlebnissen. Oft geht es um Trauma-Bewältigung: Die Menschen, die zu Refugio kommen, wurden auf Grund ihrer religiösen, politischen, ethnischen oder sexuellen Zugehörigkeit verfolgt und zum Teil gefoltert.
Jetzt ist die Familie in Deutschland und fühlt sich sicher, auch durch die Hilfe von "Refugio". Im vergangenen Jahr kamen 16 Roma in das Behandlungszentrum der Hansestadt, etwas mehr als in den Vorjahren, sagt Björn Steuernagel aus dem Vorstand von "Refugio" in Bremen. Die Klienten haben Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren: "Man kann von struktureller Gewalt gegen die Minderheit der Roma sprechen. Das äußert sich im schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen. Das ist eine Ausgrenzung, und daraus folgt Armut."
Wie viele Roma nach Deutschland kommen, weiß niemand genau. Denn einzelne Volksgruppen erhebt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht. Nur die Herkunftsländer geben einen Hinweis. So sind etwa 90 Prozent der Asylbewerber aus den Balkanstaaten Mazedonien, Serbien, Kosovo und Bosnien und Herzegowina auch Roma. Rund 5.000 kamen im Oktober 2012 aus diesen Ländern nach Deutschland. Im September waren es noch 2.800. Seit dem entspannen sich die Asylbewerberzahlen wieder. In Bremen leben zurzeit rund 800 Roma. Die Tendenz ist steigend, schätzt der Landesverband der Sinti und Roma in Bremen.
Unter den Zuwanderern sind auch EU-Bürger aus Rumänen und Bulgarien. "Wo fängt Flucht an und wo hört sie auf? Menschen aus Rumänien und Bulgarien können auch in wirtschaftlicher Existenznot sein und sind hier im Zuge der Visafreiheit temporäre Arbeit versprechen", sagt Steuernagel. Bis zu 90 Prozent der Roma sind in ihren Herkunftsländern arbeitslos, schätzt er. Der Schritt in die Armut und an den Rand der Gesellschaft sei vorprogrammiert.
Als Ursache für die Situation der Roma macht Steuernagel einen tief verwurzelten Rassismus verantwortlich: "Das Verbindende ist Rassismus, was den Menschen in Ex-Jugoslawien begegnet. Aber auch in allen anderen Ländern in ganz Europa". Rassismus in Deutschland sei ihm nie direkt begegnet, sagt M. Aber natürlich kenne er die Vorurteile gegenüber Roma und er fürchtet sie: "Das ist schlecht. Wenn alle Leute so denken würden, dass die Roma nicht zur Gesellschaft beitragen. Dann gibt es hier auch keinen Platz, genau wie in Serbien."
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