Windkraft auf dem Meer
Es rappelt in der Offshore-Branche. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert aus Kostengründen einen schnellen Ausstieg aus der Offshore-Windenergie. Das Nordwestradio hat mit Ronny Meyer gesprochen. Der Geschäfstführer der Windenergie-Agentur (WAB) bezeichnet Offshore als Zugpferd der Energiewende und warnt vor der Rückkehr zu Kohle- und Atomkraft.
Radio Bremen: Herr Meyer, sind wenigstens Sie noch sicher, dass man Offshore-Windenergie braucht und bezahlen kann?
Ronny Meyer: Nicht nur ich bin sicher, dass wir Offshore-Windenergie brauchen, auch die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat das gesagt. Offshore-Windenergie ist das Fundament der Energiewende und ohne Offshore-Windenergie bekommen wir auch keine Energiewende.
Radio Bremen: Wie bewerten Sie die Stellungnahme des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, die in dieser Form nicht zum ersten Mal kommt. Wieso fordern die so radikal einen Offshore-Ausstieg?
Ronny Meyer, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB), verteidigt die Offshore-Windenergie und sieht darin einen froßen Schritt in Richtung Energiewende.
Ronny Meyer: Die Verbraucherzentralen entwickeln sich langsam zum Energiewende-Bremser. Vor Jahren hat sie gegen Photovoltaik argumentiert, jetzt gegen Offshore-Windenergie - nur aus Kostengründen. Damit hilft man eigentlich der Kohle- und Atomwirtschaft. Denn wir brauchen alle erneuerbaren Energien, damit wir schnell aus Atom und Kohle aussteigen können. Wenn man das jetzt aber verzögert, wie das die Bundeszentrale für Verbraucher fordert, dann laufen die dreckigen Kohlekraftwerke länger, die angeblich den günstigsten Strom produzieren. Wir glauben, dass Offshore-Strom auch günstig ist und stehen schließlich erst am Anfang der Kosten-Reduktion.
Radio Bremen: Sie sagen "nur aus Kostengründen". Die Verbraucherzentralen sagen, dass die Energiewende drei bis vier Milliarden Euro im Jahr günstiger wäre, wenn Windenergie-Anlagen nur noch an Land und nicht mehr auf See oder im Wattenmeer gebaut würden. Das heißt, es geht um eine ganze Menge Geld. Können Sie diesen Zahlen zustimmen?
Ronny Meyer: Den Zahlen können wir nur bedingt zustimmen. Wenn man sich nur auf die Kosten fokussiert, dann müsste man insgesamt von der Energiewende Abstand nehmen. Wir wollen ein Stromnetz mit 80 oder 100 Prozent erneuerbaren Energien für alle Bundesbürger und für die Industrie betreiben. Das zentrale Thema ist Versorgungssicherheit. Wir haben nichts gegen den Windenergie-Ausbau im Süden, aber wenn der Wind dort nicht weht, dann weht er auf der Nordsee und dafür brauchen wir die Offshore-Windenergie. Das heißt, die Energieträger Onshore und Offshore ergänzen sich. Diese Konkurrenz, die immer herbei geredet wird, sehen wir also gar nicht.
Radio Bremen: Das heißt jetzt aber nicht, sie lassen es sich drei bis vier Milliarden Euro im Jahr kosten, dass die Rotoren nicht an Land stehen, sondern auf See. Denn damit argumentieren Verbraucherzentralen und sagen Windenergie an Land ist erheblich billiger.
Ronny Meyer: Aber man wird mit Windenergie-Gewinnung an Land kein Energienetz betreiben können. Wir brauchen auch die Photovoltaik, die zugegebenermaßen teurer ist. Aber auch da haben die Verbrauchzentralen die Kosten-Reduktion massiv unterschätzt, das tun sie auch bei Offshore. Wir brauchen aber auch Offshore, denn nur zusammen kann man zuverlässig 100 Prozent erneuerbare Energien ins Stromnetz einspeisen.
Radio Bremen: In der Vergangenheit hat es schon Probleme und Verzögerungen mit der Offshore-Technologie gegeben. Investoren, die abspringen, Stromnetze, die zu langsam ausgebaut werden. Wenn es jetzt mit der Offshore-Windenergie wirklich schief gehen würde und die Kosten aus dem Ruder laufen, kann das die ganze Energiewende gefährden? Vielleicht mit der Folge, dass wir am Ende die Atomkraftwerke wieder anschalten müssen?
Ronny Meyer: Das sehen wir so. Offshore-Windenergie ist das Fundament der Energiewende. Wer Offshore verhindert oder ausbremst, bremst auch die Energiewende. Damit laufen dreckige Kohlekraftwerke oder sogar Atomkraftwerke vielleicht länger.
Radio Bremen: Aber muss das im Umkehrschluss heißen, dass wir Offshore machen müssen, egal wie teuer es wird?
Ronny Meyer: Wir müssen die Energiewende schaffen und wir müssen zuverlässig Strom aus erneuerbaren Energien für Haushalte und Industrie bereitstellen. Da zählt Offshore-Windenergie mit dazu. Im Verbund mit allen anderen.
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