24. Mai 2013, 7:35 Uhr
Gefährliches Schlickgras
Das mit einem Giftpilz belastete Schlickgras an der Nordseeküste ist aus Sicht der niedersächsischen Nationalparkverwaltung kein besonderes Risiko für Menschen und Tiere. Es gebe deshalb keinen Grund für Sofortmaßnahmen an Ufern und Stränden, so ein Sprecher. Wissenschaftler der Leibniz-Universität in Hannover sehen das völlig anders und sprechen von tödlichen Risiken.
Das Schlickgras an der Nordseeküste ist mit einem Giftpilz belastet. Man erkennt die dunkel verfärbten Überwinterungsorgane namens "Sklerotien".
Kurz vor dem Start in die touristische Hauptsaison schreckt eine Nachricht Urlauber und Küstenbewohner auf: Wissenschaftler der Leibniz-Universität in Hannover haben festgestellt, dass das Schlickgras an der gesamten Wattenmeerküste von den Niederlanden bis nach Dänemark von einem giftigen Parasiten befallen ist. Wie groß die Gefahr ist, die von dem Giftpilz ausgeht, ist umstritten.
Die Wissenschaftler sagen, dass man die Gefahr nicht unterschätzt dürfe: Es könnten bereits Tiere vergiftet worden sein, ohne dass man dies auf die Pilze zurückgeführt habe. Denn die Symptome seien sehr unterschiedlich. Ihre größte Sorge ist, dass Kinder den Pilz essen könnten. Es reiche schon, wenn sie wenige der sporenartigen Gebilde schlucken – das könnte zum Tod führen, warnt Professor Jutta Papenbrock vom Institut für Botanik an der Leibnitz-Universität Hannover.
Jeder dieser Sporen enthalte große Mengen des giftigen Mutterkorns. Dabei reiche es schon, wenige Gramm zu verschlucken. Eine Berührung der Mutterkörner mit den Händen sei hingegen unproblematisch. Den Vorwurf, Panik zu verbreiten, weist die Wissenschaftlerin zurück. Sie habe lediglich informieren wollen.
Das Niedersächsische Umweltministerium und die Niedersächsische Nationalparkverwaltung sehen keinen Grund für Sofortmaßnahmen an Ufern und Stränden. Das Umweltministerium verweist darauf, dass es in der Natur auch viele andere giftige Pflanzen und Pilze gebe und man immer auf seine Kinder aufpassen müsse. Außerdem sei das betroffene Schlickgras in den Sperrgebieten, also den Ruhezonen im Nationalpark, zu finden. Deshalb sei es sehr unwahrscheinlich, dass ein Kind den Pilz essen könne.
Professor Jutta Papenbrock von der Uni Hannover sieht das anders: Sie sagt, dass die Überwinterungsorgane des Pilzes über das Wasser überall hinverbreitet werden. Gerade im Mai hätten die Wissenschaftler große Menge dieser sogenannten "Sklerotien" gefunden. Das Umweltministerium sagt, man nehme die Bedenken der Wissenschaftler ernst und werde jetzt mit Fachleuten auch aus anderen Ländern darüber beraten, wie man das Schlickgras eindämmen könne.
Versuche in den USA haben jedoch gezeigt, dass eine Eindämmung schwierig ist. Dort hat man versucht, die betroffenen Gebiete abzuflammen – ohne Erfolg. Letztlich hat man die Tiere, die dort weideten, umgesiedelt. Grundsätzlich ist aber noch wenig erforscht, wie das Problem in den Griff zu kriegen, sagt Jutta Papenbrock. Entscheidend sei deshalb, dass man die Bevölkerung informiere.
Die Diskussion kommt für die Region zur Unzeit, denn die Tourismussaison steht direkt vor der Tür. Jede schlechte Nachricht kann Urlauber verschrecken. Der Wattenrat Ostfriesland wirft den Wissenschaftlern sogar vor, Horrormeldungen zu verbreiten, um sich neue Fördergelder zu sichern. Viele Urlauber und Bewohner der Region sind verunsichert.
Giftiges Mutterkorn auf Nordsee-Schlickgras, [4:40]
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