Neue Straßenverkehrsordnung
Am 1. September 2009 ändert sich die Straßenverkehrsordnung. Es gelten einige neue Regeln, einige Verkehrszeichen fallen weg, dafür gibt es aber auch ein paar neue. Insgesamt soll alles etwas einfacher und vor allem fahrradfahrer-freundlicher werden. Reporter Sven Börchers hat sich durch die neuen Regeln gewühlt.
Ist das Gebots-Schild an einem Radweg nicht vorhanden, können die Radfahrer sich aussuchen, ob sie auf der Straße oder dem Radweg fahren möchten.
Der Radverkehr soll künftig mehr auf die Straße geleitet werden. Dafür dürfen und sollen die Städte mehr Radstreifen auf den Asphalt pinseln. Bisher war das nur erlaubt, wenn es nicht möglich war, einen Radweg zu bauen. In solchen Fällen haben sich die Radler häufig den Bürgersteig mit den Fußgängern geteilt, bzw. es war oft nur ein Streifen für die Radfahrer vom Fußweg abgetrennt.
Für Radfahrer bedeutet diese Regelung mehr Sicherheit, denn die Autofahrer sehen Radfahrer besser und es gibt weniger Unfälle mit Fußgängern. Außerdem müssen die Autofahrer langsamer fahren, wenn sie sich die Straße mit den Radlern teilen.
Dass Radfahrer nun pauschal immer auf der Straße fahren dürfen, bedeutet diese neue Regelung allerdings nicht. Fahrradfahrer müssen erst gucken, ob irgendwo ein blaues Schild mit Fahrradsymbol hängt. Ist dieses Gebots-Schild vorhanden, muss der Radweg benutzt werden. Nur wenn es dieses Gebots-Schild nicht gibt, dürfen Radfahrer auch auf der Straße fahren - sie können es sich dann aussuchen, ob sie auf der Straße oder auf dem Radweg fahren.
Dies ist auch für Autofahrer wichtig zu wissen, denn diese reagieren häufig etwas unwirsch darauf, wenn ihnen der Platz auf der Straße durch Radfahrer streitig gemacht wird. Neu ist diese Regel allerdings nicht, es gibt sie schon seit 12 Jahren.
Albrecht Genzel vom ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, findet diese Regeln sehr sinnvoll. "Wir beurteilen das durchgängig positiv, weil die Radfahrer als Fahrzeugfahrer wahrgenommen werden, während sie vorher in der StVO nur so als "Fußgänger Komma Radfahrer" erwähnt wurden. Ist das jetzt eine andere Sicht. Wir hoffen, dass das jetzt auf die Verkehrsteilnehmer allgemein so wirkt, dass Radfahrer nicht die rollenden Fußgänger sind, sondern sich eben geschwindigkeitstechnisch eher dem Autoverkehr angeglichen haben."
In Fahrradstraßen dürfen alle Fahrzeuge - also Fahrräder und Autos - nicht schneller als 30 km/h fahren. Radfahrer dürfen in diesen Straßen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Autos die Geschwindigkeit weiter verringern.
Sackgassen sind für Autos ein Problem – hier geht es meist beim besten Willen nicht weiter. Aber Radfahrer können oft kleine Wege benutzen, die aus der Sackgasse herausführen. Dafür gibt es nun ein neues Schild und die offizielle Erlaubnis.
Ein bisschen Zeit gewinnen Radfahrer auch an der Ampel: Bisher mussten sie sich häufig an den Fußgängerampeln orientieren. Diese haben oft nur kurze Grünphasen im Gegensatz zu den Ampeln für Autos. Nun können Fahrradfahrer die gleichen Ampelphasen benutzen wie die Autofahrer.
Kleine, aber wichtige Ausnahme: Wenn auf den Ampeln ein Fahrradsymbol zu sehen ist, müssen sich die Radfahrer aber daran halten. Und wenn das Symbol auf der Fußgänger-Ampel leuchtet müssen Radfahrer halten, wenn die Autos oft noch fahren dürfen.
Früher sind Inliner gar nicht in der Straßenverkehrsordnung aufgetaucht, es gab sie einfach gar nicht. In der neuen Straßenverkehrsordnung werden Inline-Skater zum ersten Mal als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Das klingt zunächst gut, wird aber besonders die schnellen Skater ärgern: denn mit Inlinern muss der Fußweg benutzt werden. Ausnahme: wenn der Radweg breit genug ist und ein Zusatzschild angebracht wurde, dass Skaten erlaubt ist, dürfen die Skater auf den Radweg ausweichen.
Und noch eine Ausnahme gibt es: Bei den Bremen-Vier-Skate-Nights. Dann dürfen und sollen die Inliner sogar auf der Straße fahren. Am 1. September 2009 ist es wieder so weit. Los geht es ab 19 Uhr am Hansa-Carré in der Pfalzburger Straße mit Musik und Inline-Parcours. Um 21 Uhr fällt dann der Startschuss für die letzte SkateNight in diesem Jahr.
Abholzen im Schilderwald, [2:39]
Neuerungen in STVO für Inliner und Fahrradfahrer , [2:56]
Bundesverkehrsministerium mit den Änderungen zum 1. September 2009
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