Folgen für Weltmeere
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert ein Verbot von Einweg-Plastikflaschen, um die Weltmeere sauber zu halten. Laut einer Meeresschutz-Expertin des Umweltverbandes werden Unmengen an Plastikmüll Jahr für Jahr über die Flüsse in die Ozeane geschwemmt. Einzelheiten dazu nennt sie im Radio-Bremen-Interview.
Dieser Unrat aus der Weser ist nur ein Bruchteil des Plastikmülls, der Jahr für Jahr in die Nordsee geschwemmt wird.
Radio Bremen: Laut BUND werden die Weltmeere immer mehr vermüllt. Sie wollen das Augenmerk auf Plastikmüll in Flüssen richten. Warum?
Nadja Ziebarth: Die Studie belegt: 80 Prozent von dem Müll, den wir im Meer haben, kommt vom Land. An den Flüssen liegen viele Städte und Gemeinden.
Radio Bremen: Ist das erst jetzt ein Thema?
Nadja Ziebarth, Martin Rode und Hubert Weiger vom Bund für Umwelt und Naturschutz werden zum Thema Plastikmüll an der Bremer Schlachte interviewt.
Nadja Ziebarth: Ich glaube schon, dass die Vermüllung extrem zugenommen hat. Ich finde, dass dabei das Thema Einweg wichtig ist. Ob das beispielsweise nun Grillteller oder Fleischverpackungen sind, die am Werdersee oder am Weserufer hinterlassen werden und dann der Wind in die Weser treibt. Wir haben hier in der Weser aber auch andere Plastikmüllsorten gefunden. Von Teilen eines Dixie-Klos über Tüten und Becher bis hin zu Schuhen, Kanistern und Spritzen haben wir fast alles mögliche aus Plastik aus dem Wasser geholt.
Radio Bremen: Müll vom Bremer Weserufer mit globalen Folgen?
Nadja Ziebarth: Die Probleme beobachten wir dann in der Nordsee. Das Plastik kommt ja dann dort zerkleinert an. Das verwechseln die Tiere mit Nahrung, gerade Seevögel, wenn das Plastik auf dem Wasser schwimmt. Die Vögel fressen das dann auf, sammeln es im Magen. Die Folge: Sie haben einen Magen voller Müll, Nahrung passt nicht mehr hinein, die Vögel verhungern dann.
Radio Bremen: Gibt es weitere Probleme durch den Plastikmüll?
Nadja Ziebarth: "Manche Tiere im Meer verheddern sich auch in großen Plastikteilen und verenden dann daran. Man geht davon aus, dass jährlich hunderttausende von Tieren weltweit an Müll sterben. Auf den Weltmeeren werden jedes Jahr im Schnitt 4,6 Millionen Tonnen Plastikmüll eingetragen. Wir müssen davon ausgehen, dass es in bestimmten Meeresbereichen sechsmal mehr Plastik-Kleinstteile als Plankton gibt, also als Nahrungsstoffe für Fische. Das ist ein Problem, das uns hunderte Jahre anhängt, denn diesen Müll bekommt man nichtmal eben wieder raus aus dem Wasser.
Plastikmüll im Meer, [4:32]
BUND fordert Einwegflaschen-Verbot
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