25 Jahre Verband für Kleinwüchsige
Für Kleinwüchsige ist es im Leben leichter geworden. Begafft zu werden und sich blöde Sprüche anhören zu müssen, solche Reaktionen sind heute die Ausnahme. Das ist auch ein Verdienst des "Bundesverbandes für Kleinwüchsige und ihre Familien", sagt einer der Gründer. Seit 25 Jahren betreiben ehrenamtliche Mitarbeiter Aufklärung, schreiben in Fachzeitschriften, helfen die Forschung voranzutreiben.
Der Verein setzt sich für eine bessere Zukunft für kleinwüchsige Kinder ein. Auch wenn es um das Thema Berufswahl geht.
Der Sohn von Karl-Heinz Klingebiel ist kleinwüchsig auf die Welt gekommen. So hat er aus eigener Anschauung erfahren, was diese Krankheit für Probleme mit sich bringen kann. Doch nicht nur das, fehlende Information, Unkenntnis der Ärzte, all das störte Klingebiel und brachte ihn dazu Abhilfe zu schaffen und den Verein zu gründen. In 25 Jahren ist es dann gelungen, die Kontakte zwischen Betroffenen, Ärzten und Wissenschaftlern deutlich zu verbessern und einen Austausch zu organisieren. "Wir haben Forschung angeregt und wir arbeiten mit vielen Kliniken aufs Positivste zusammen. Wir haben bestimmte Ärzte, die die nötige Operationstechnik beherrschen und das hilft unseren Kindern unendlich" erzählt Klingebiel. Die Aktivitäten des Vereins reichen mittlerweile über Deutschland hinaus.
Über 2.500 Betroffene und Eltern fragen jedes Jahr den Verein um Hilfe. Etwa schwangere Frauen, die ein kleinwüchsiges Kind erwarten. "Einige von ihnen brechen die Schwangerschaft ab", sagt Karl-Heinz Klingebiel. Sie fürchten sich vor den Strapazen. Denn oft haben Kleinwüchsige Schmerzen und müssen schon im Kindesalter Operationen über sich ergehen lassen. "Es gibt 650 Ursachen, die zu Kleinwuchs führen. Und Kleinwuchs ist grundsätzlich nicht heilbar" erklärt der Mitbegründer des Vereins. Dennoch können manche Kleinwüchsige durch Wachstumshormone ihre genetisch vorgegebene Endgröße erreichen. Dies ist aber selten der Fall.
Klingebiel schätzt, dass in Deutschland 100.000 Menschen kleinwüchsig, also nicht größer als 1,50 Meter sind bzw. werden. Das Ziel des Vereins ist, diesen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – und das gelingt immer besser. "Wir haben eine kleinwüchsige Staatsanwältin, haben kleinwüchsige Schauspieler, haben alle möglichen Berufe und das ist so unendlich positiv, wenn sie aus ihren Berufen berichten und die Kinder das aufnehmen können und sehen 'ich kann das auch schaffen'" erzählt Karl-Heinz Klingebiel.
Eine von ihnen ist Doris Michels, sie arbeitet als Sozialpädagogin. Die 60-Jährige fühlt sich wohl in ihrem Körper. Sie weiß aber auch, dass sie großes Glück hat. Schmerzen durch den Kleinwuchs blieben ihr erspart. Sie sagt: "Ich möchte, dass wir Kleinwüchsigen ohne Schmerzen leben. Das ist für mich Lebensqualität".
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