Krieg ich leichter ‘ne Wohnung mit einem deutschen Namen?

Mohammad oder Florian – wer kriegt eine Wohnung? Das haben wir getestet! Wir wollten wissen, ob der Name bei der Wohnungssuche in Bremen eine Rolle spielt. Und wenn ja, welche. Dafür hat NEXT-Reporter Roland unter zwei Pseudonymen jeweils 50 Vermieterinnen und Vermieter angeschrieben. Einmal hat er als Mohammad Salehi nach Wohnungen gesucht. Und einmal als Florian Schmidt. Beide hatten dieselben Fake-Identitäten: Beide waren 26 Jahre alt. Beide hatten den gleichen Job: Koch-Azubi. Und beide haben auch exakt gleich viel Geld verdient. Alle Mails an Vermieter hatten den fast gleichen Inhalt. Ein paar Wörter oder Sätze mussten natürlich anders formuliert werden, damit niemand das Experiment durchschaut.

Wer bekommt mehr Antworten?

In einem Zeitraum von zwei Wochen, von Ende Oktober bis Anfang November 2018, hat sich Roland als Mohammad und Florian auf Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen beworben. Die angefragten Wohnungen lagen in den Bremer Stadtteilen Gröpelingen, Walle, Woltmershausen, Neustadt, Huchting, Mitte, Findorff, Steintor, Schwachhausen, Peterswerder und Horn-Lehe. Ziel war es, herauszufinden, wer mehr Antworten von Vermietern kriegt.

Die Hälfte und das Drittel

24:14. So lautete das Endergebnis. 24 Mal haben die Vermieterinnen und Vermieter Florian geantwortet. Also auf beinahe die Hälfte der 50 verschickten Wohnungsanfragen hat sich jemand zurückgemeldet. Bei Mohammad waren es lediglich 14 Rückmeldungen. Das ist weniger als ein Drittel. In ihren Antwortmails haben die Vermieter oft direkt einen Besichtigungstermin angeboten oder nach mehr Informationen gefragt. Wahrscheinlich, um sich im Vorfeld ein besseres Bild von dem eventuellen Mieter zu machen.


Dieses Thema im Programm: Bremen NEXT, 16. November 2018, 16.40 Uhr