Donnerstag, 21. März 2019
Frau mit Handy im Bett [Quelle: Imago, Foto: Ute Grabowsky] Lupe

Per Klick offiziell krankgemeldet: Das verspricht ein Hamburger Unternehmen.

Bei Erkältung

Krankschreibung per Whatsapp

Mit einer dicken Erkältung flachzuliegen ist fies und sich nur für den gelben Schein zum Arzt zu schleppen extra anstrengend. Doch seit kurzem verspricht ein Hamburger Start-Up Abhilfe und bietet auf seiner Seite Krankschreibungen per Whatsapp an. Unter Fachleuten wird diese besondere Interpretation der Telemedizin heiß diskutiert.


Kann man sich wirklich per Ferndiagnose von einem Arzt über Whatsapp krankschreiben lassen? Das Hamburger Unternehmen sagt: Ja! Ärzte und Fachleute hingegen sehen das neue Angebot kritisch und raten davon ab.


Wie funktioniert das?

Per Klick werden auf der Seite des Hamburger Unternehmens typische Erkältungs-Symptome abgefragt: Haben Sie Fieber? Wann ist das erste Symptom aufgetreten? Dazu gibt's eine Auswahl verschiedener Beschwerden zum Anklicken, zum Beispiel: "Nase verstopft."


Zusätzlich kann man auswählen ob man sich nur für einen oder gleich mehrere Tage arbeitsunfähig fühlt. Glaubt dir das System, geht es direkt weiter zu Krankschreibung: Man gibt seine Whatsapp-Nummer und Adresse an und muss ein Foto seiner Versichertenkarte schicken.


Nachdem man eine Gebühr von neun Euro gezahlt hat, können Ärzte, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, sofort die Krankschreibung ausstellen. Die bekommt man als Foto über Whatsapp und etwas später per Post nach Hause zugesandt. Möglich ist dieses Angebot durch die im vergangenen Jahr erfolgte Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots.


Was sagen Experten?

Die Bremer Ärztekammer kritisiert das Angebot aus Hamburg, denn es sei für einen Arzt weder ethisch noch moralisch vertretbar, so zu arbeiten. Ohne direkten Kontakt zum Patienten käme die Sorgfalt schlicht zu kurz. Wenn man beispielsweise von sich selbst denke, dass man bloß erkältet sei und die passenden Symptome dazu anklickt, so könne es auch sein, dass man in Wirklichkeit eine viel ernstere Krankheit habe.


Darüberhinaus halten Experten es für nicht sicher genug, sensible Daten zur eigenen Gesundheit über Whatsapp zu verschicken - Stichpunkt Datenschutz.


Die Bremer Arbeitnehmerkammer findet das Angebot grundsätzlich nicht verkehrt. Dennoch sieht auch sie noch Bedarf das Konzept von AU-Schein rechtlich einwandfrei zu klären. Bis dahin rät die Arbeitnehmerkammer: Lieber Finger weg!






 


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