"Er hat sich einfach nicht im Griff"

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte am Dienstag erwähnt, dass an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen nach Afghanistan abgeschoben wurden. Dass Seehofer diesen Zufall extra betont hat, wird von vielen als unsensibel kritisiert. Einer der Afghanen hat sich nach seiner Abschiebung das Leben genommen. In diesem Licht erscheinen die Äußerungen Seehofers besonders zynisch, sagt Journalist Peter Zudeick. "Er hat sich einfach nicht im Griff", sagt er über Bundesinnenminister, dessen Aussagen er mit einer "losen Kanone“ vergleicht, „und wenn man die nicht festzurrt, dann bollert die alles kaputt." Auch Seehofers Aussage, dass in Deutschland von Journalisten und Politiker mehr "Fake News" produziert würden, als in Russland, sieht Zudeick kritisch. "Man muss sich mal überlegen, dass ein Bundesminister und Parteivorsitzender sowas sagt, was ihm sofort eine Ehrenloge bei der nächsten Pegida-Demonstration einbringt." Peter Zudeick zweifelt, ob Horst Seehofer noch der Richtige für das Amt des Innenministers sei: "Ich weiß nicht was er da veranstaltet. Entweder ist das eine ganz ausgefuchstes Inszenierung, wobei ich noch nicht so klar sehe, was sie bringen soll, oder tatsächlich Ausdruck eine Verhaltensstörung." Wobei man mit Diagnosen des Geisteszustands sehr vorsichtig sein müsse, so der Journalist. Zudeick ist sich sicher, Seehofer werde so weitermachen, wie bisher.
  • Autor/-in:Martin Busch
  • Länge:4:59 Minuten
  • Datum:Mittwoch, 11. Juli 2018
  • Sendereihe:Bremen Zwei | Bremen Zwei