Haben es deutsche Künstler*innen in der Pandemie leichter?

Die Corona-Pandemie hat auch die Musikwelt verändert. Eine Konsequenz: internationale Künstler*innen kommen zur Zeit kaum nach Deutschland, weil das Touren, kaum oder nur mit teils erheblichen Konsequenzen möglich ist. Bedeutet das, dass nationale Acts entsprechend mehr Aufmerksamkeit bekommen – und damit von der Pandemie (bei allen dramatischen Verlusten und Einbrüchen) zumindest ein bisschen profitieren? - Für Musikerinnen und Musiker, die live auftreten wollen, sieht’s seit einem halben Jahr katastrophal aus. So langsam gibt es zwar wieder Konzerte im kleineren Rahmen. Aber die Grenzen sind für Tourneen mehr oder weniger dicht. Das ist doch sicher eine kleine Chance für hiesige Acts? (wer jetzt KünstlerInnen bucht, schaut, was möglich ist; früher: aus dem Vollen schöpfen; aktuell profitieren deutsche Künstler/innen & Bands; auch wir schauen bei unseren Konzerten, was wir hierzulande gut und reizvoll finden; allerdings: reich wird damit niemand – Trostpflaster, die meisten Veranstaltungen rechnen sich nicht; MusikerInnen müssen Einschränkungen in Kauf nehmen) - Für viele Musikerinnen und Musiker gehört es dazu, dass sie präsent sind als Gäste bei Events, im Radio, im TV, als InterviewpartnerInnen in der direkten Begegnung. Stehen auch dafür jetzt vermehrt deutsche Acts parat? (niemand verzichtet auf internationale Themen; elektronische Kommunikationsmittel mehr denn je Ersatz für physische Präsenz; aber: KünstlerInnen hierzulande können vorbei schauen, stehen persönlich zur Verfügung; Beispiel Pohlmann: keine Konzerte, aber Radio- und TV-Events und -Auftritte; auch so werden Themen gesetzt; statistisch sicherlich mehr Präsenz deutscher Acts denn je) Besinnen wir uns derzeit also – gezwungenermaßen – auf das, was unsere Szenen zu bieten haben – und: wird das von Dauer sein? (nur weil jetzt mehr deutsche Acts auftauchen, nimmt das Interesse an internationalen nicht ab; aber: hoffentlich mehr als nur „Notlösung“; Bekenntnis zu hiesigen Potenzialen; Unterstützung hiesiger Acts & Szenen; sobald wieder grenzüberschreitend getourt werden kann, schwenkt es wieder in die frühere Mischung; Hoffnung: dass die schweren Zeiten einigen ein Bißchen geholfen haben, die verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen)
  • Autor/-in:Arne Schumacher
  • Länge:4:36 Minuten
  • Datum:Mittwoch, 23. September 2020
  • Sendereihe:Bremen Zwei
  • Beitragsreihe:Popkultur
  • Quelle:Bremen Zwei