"Virginia Woolf" von Karin Baier in Hamburg

Ein schlichtes schwarzes Bühnenbild, nur ein paar Möbel stehen im Raum und viele Whiskeyflaschen. Regissseurin Karin Baier hat sich bei dieser Inszenierung an den Text gehalten und einen klassischen Albee inszeniert. Das Stück fühlt sich erschreckend aktuell an, weil sich die beiden streitenden Paare nichts schuldig sind: keine Konvention, keine Religion hält sie zusammen. Sie könnten eigentlich gehen und sich verlassen, wenn sie wollten, tun es aber nicht. Irgendeine heimliche Macht hält sie zusammen. Das ist faszinierend und deprimierend zugleich. Die Starbesetzung ist die große Stärke des Abends: Maria Schrader spielt die runtergerockte Martha und Devid Striesow den gemeinen und verzweifelten George. Richtig gut! Ein Paar, das einem Angst macht. Doch gerade deshalb wird das Stück zu einem fesselnden Erlebnis, meint unser Theaterkritiker Tomasz Kurianowicz.
  • Autor/-in:Tomasz Kurianowicz;Katrin Krämer
  • Länge:5:05 Minuten
  • Datum:Samstag, 19. Januar 2019
  • Sendereihe:Bremen Zwei | Bremen Zwei