Bremer Literarische Woche 2017 - Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder

Apokalypse – so lautete das Thema der Bremer Literarischen Woche 2017. Ein zugkräftiger Titel, der am Ende aber nicht in Untergangsfantasien mündete. Zu erleben waren  Autoren, die sehr wach auf das Zeitgeschehen reagieren.  Ein echtes Highlight: der Auftritt von Sibylle Lewitscharoff. Dass sich unter ihrer Feder alles auf magische Weise dem Heute anverwandelt – in diesem Fall Dante und die "Göttliche Komödie" – hat das Publikum der Literarischen Woche begeistert. Deutschland ist zwar Weltmeister, was die Übersetzungen betrifft. 50 Komplett- und 25 Teilübersetzungen sind hier entstanden, aber dennoch kennen die meisten Menschen Dante nur vom Hörensagen. Anders in Italien. Dort sitzen Millionen vorm Fernseher, wenn aus der "Commedia" vorgelesen wird. Und jedes Kind kennt wenigstens ein paar der teuflischen Inferno-Geschichten. In Sibylle Lewitscharoffs  Roman "Das Pfingstwunder" treffen sich im Jahr 2013 34 Dante-Forscher zu einem Kongress in Italien. Eine internationale Gruppe, die gebildet und vielsprachig unterwegs ist. Alles bekennende Dante-Verehrer, die aber als Menschen des 21. Jahrhunderts kritische Distanz zur mittelalterlichen Welt Dantes wahren. Am Ende lösen sich 33 der vernunftbegabten Forscher quasi in Nichts auf und entschweben in den Himmel. Nur einer bleibt zurück und quält sich, das ebenso unglaubliche wie unwahrscheinliche Erlebnis irgendwie zu sortieren. Die Buchpiloten senden einen Zusammenschnitt der Veranstaltung, die am 17. Januar 2017 in der Bremer Zentralbibliothek stattfand. Die Moderation hatte Silke Behl.
  • Autor/-in:Silke Behl
  • Länge:30:07 Minuten
  • Datum:Sonntag, 5. Februar 2017
  • Sendereihe:Nordwestradio
  • Beitragsreihe:Literaturarchiv
  • Status:Archivinhalt