3nach9 am 10. Juni

Zur Juni-Ausgabe der Radio Bremen-Talkshow 3nach9 haben Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo bereits folgende Gäste zugesagt:

Karl Lauterbach
Kaum ein Politiker polarisiert so wie Karl Lauterbach. Aber egal, was man über ihn denkt, man muss ihm auf jeden Fall eine außergewöhnliche Karriere attestieren: Aus dem Arbeiterkind, das zunächst nur eine Hauptschulempfehlung erhielt, entwickelte sich ein erfolgreicher Wissenschaftler und der heutige Bundesminister für Gesundheit. Der Mediziner und überzeugte Vegetarier war zunächst CDU-Mitglied, ehe er 2001 der SPD beitrat. Was Karl Lauterbach bereits in jungen Jahren antrieb, warum er Talkshows mag, was er über persönliche Fehlentscheidungen denkt und wie der 59-Jährige mit den aktuellen Morddrohungen gegen ihn umgeht, erzählt er bei 3nach9.

Minh-Khai Phan-Thi
Seit fast 30 Jahren ist Minh-Khai Phan-Thi im Fernsehgeschäft tätig, erstmals auf einer Bühne stand sie im Alter von drei Jahren. Damals sang sie gemeinsam mit ihrem Vater, einem vietnamesischen Einwanderer, ein Kinderlied anlässlich des vietnamesischen Neujahrsfestes. Die gebürtige Darmstädterin startete ihre Karriere als Moderatorin, bevor sie sich als Charakterdarstellerin in unzähligen TV-Produktionen einen Namen machte. Eine Schauspielschule hätte sie gern besucht, „davon wurde mir Anfang der 90er-Jahre als asiatische Frau aber ganz dringend abgeraten." Die Mutter von zwei Söhnen hat es dennoch geschafft und kann aktuell in der Serie „Doppelhaushälfte“ erstmals ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Dass Gespräche mit Minh-Khai Phan-Thi stets eine Freude sind, zeigt sie auch als Gastgeberin ihres Podcasts „Anderssein”, in dem die Vielfalt in der Gesellschaft gefeiert wird, aber auch auf Missstände aufmerksam gemacht werden soll.

Neven Subotić
Vom Flüchtlingskind zum Top-Fußballer und Aktivisten für eine bessere Welt: In den neunziger Jahren floh Neven Subotić mit seinen Eltern aus Jugoslawien nach Deutschland. Als die Abschiebung drohte, gingen sie in die USA. Mit 17 kam er wieder, um Fußballprofi zu werden. Als Spieler bei Borussia Dortmund galt er als einer der besten Innenverteidiger Europas – das wurde exorbitant gut bezahlt. Es folgten Nächte des Rauschs, später des Zweifels und der Scham. Subotić entschied, seine Leidenschaft und sein Geld denen zu widmen, die ein Leben in anderen Extremen führen müssen: Die von ihm gegründete Stiftung ermöglicht Menschen in Äthiopien Zugang zu sauberem Wasser.

Eddy und Jessica Schmitz
Eddy Schmitz war das, was man ein Wunderkind nennt: Bereits als kleines Kind virtuos an der Geige und ausgestattet mit dem absoluten Gehör. Im Alter von elf Jahren trat er in der von Kai Pflaume moderierten Unterhaltungssendung „Klein gegen Groß – das unglaubliche Duell" im Ersten auf. Mehr als zehn Jahre ist das jetzt her. Allerdings hieß Eddy damals noch Lotta – der Mönchengladbacher ist transident. Schon seit frühester Kindheit wusste er, dass seine weiblichen Geschlechtsmerkmale nicht zu seiner Identität gehören. Der Weg zu dieser Erkenntnis war lang – immer unterstützt von seiner Mutter Jessica, einer Musiklehrerin, die noch immer gern gemeinsam mit ihrem Sohn musiziert und auch mit in der Sendung dabei ist.

Erstsendung auf NDR/Radio Bremen-Fernsehen und hr-Fernsehen.